Bundesfamilienministerin Kristina Schröder CDU will gemeinsam mit Justizministerin Sabine Leuthesser-Schnarrenberger FDP ein Gesetz zur Frauenquote zur Vorlage bringen. In diesem Gesetz soll eine eigene Frauenquote auf der Führungsebene von Unternehmen zwingend eingeführt und veröffentlicht werden. Nach den Plänen der Bundesfamilienministerin soll 2015 eine Frauenquote von durchschnittlich 20 Prozent erreicht werden. Von einer gesetzlich geregelten Vorgabe für die exakte Höhe der Quote will die Bundesfamilienministerin allerdings absehen.
Die Verpflichtung zur Veröffentlichung soll baldmöglichst eingeführt werden und ist im Koalitionsvertrag verankert. Sobald die verpflichtende Berichtspflicht gültig ist, liegt ein Verstoß gegen das Gesetz vor, wenn Unternehmen keine Veröffentlichung über den Anteil der Frauen im Unternehmen tätigen.
Da über Jahrzehnte die Angebote für Kinderbetreuung äußerst gering waren, wurde die Politik kritisiert, für die geringe Frauenquote in den führenden Positionen der Unternehmen verantwortlich zu sein. Diese Kritik wies Bundesfamilienministerin Schröder zurück mit der Begründung, dass die Politik in diesem Bereich bereits Einsatz zeige und sie selbst dafür kämpfe, dass ab 2013 für den rechtlichen Anspruch auf einen Kita-Platz besteht. Dadurch besteht kein Anlass für eine Ausrede der Unternehmen mehr. Gleichzeitig wandte sich die Bundesfamilienministerin auch an die Wirtschaft mit der Aufforderung, am selben Strang zu ziehen.
Die Deutsche Telekom übernahm im März die Vorreiterrolle in der Einführung der Frauenquote als erster an der Börse notierte Konzern in Deutschland. Die Deutsche Telekom will bis Ende 2015 erreichen, dass in den oberen und mittleren Führungsebenen 30 Prozent der Stellen von Frauen besetzt sind.