Das Milliarden-Finanzloch der Gesetzlichen Krankenkassen könnte für einige Kassen schon bald gravierende Folgen haben. Neben der BKK für Heilberufe, der City BKK und der GBK Köln, die dem Bundesversicherungsamt bereits eine mögliche Zahlungsunfähigkeit gemeldet haben, bestätigte das Bundesversicherungsamt dem focus, dass ihm bereits 19 Gesetzliche Krankenkassen gemeldet haben, dass deren Ausgaben im letzten Quartal ihre Einnahmen aus dem Gesundheitsfons weit überstiegen haben.
Insgesamt werden 69 der 157 Krankenkassen als "gefährdet" oder "zu beobachten" eingestuft. Unter den 23 gefährdeten Kassen sind nach dem Rating des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) 20 Betriebskrankenkassen (BKK) weitere 30 BKKs finden sich unter den 46 Kassen, die als "zu beobachten" bewertet werden. 34 Krankenkassen erhielten vom Spitzenverband das Prädikat "leistungsfähig", 54 gelten als "unbedenklich". Welche Krankenkassen mit welcher Bewertung abgeschnitten haben, wird nicht genannt.
Dem Rating wurden die Finanzergebnisse im 4. Quartal des Vorjahres einschließlich der Forderungen und Nachzahlungen aus dem Gesundheitsfonds zugrunde gelegt. Dieses Bewertungssystem ist neu und befindet sich nach Angaben des GKV-Verbandes im Aufbau, um herauszufiltern, ob und bei welchen Krankenkassen Zahlungsschwierigkeiten und eine Gefährdung vorliegen könnten. Erst in einem zweiten Schritt wollen man die Krankenkassen einer ausführlichen Bewertung unterziehen.
Bei möglichen Pleiten von Krankenkassen könnten durch die erforderlichen Hilfszahlungen weitere gefährdete Kassen zahlungsunfähig werden. Es bleibt abzuwarten, ob das Sparpaket der Bundesregierung das Ruder noch einmal herumreißen kann.