Die rund 2 Millionen Stromkunden von RWE müssen sich nach der letzten Preiserhöhung im April 2009 auf einen weitere Verteuerung ihres Stroms ab am 1. August 2010 einstellen. Die Grundversorgung erhöht sich nach Angaben des Konzerns ab 7,3 Prozent. Der Verbrauchspreis für die Kilowattstunde steigt um 1,5 Cent netto, was bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden jährlich in einem Haushalt Mehrkosten in Höhe von 5,22 Euro brutto monatlich ausmacht.
Bereits 435 der etwa 900 Stromversorger Deutschlands hatten nach Angaben des Verbraucherportals Verivox in 2010 ihre Preise um durchschnittlich 6 Prozent erhöht bzw. dies angekündigt. Von diesen Erhöhungen sind ca. 20 Millionen Haushalte betroffen, die nach Berechnungen der Verbraucherseite toptarif.de bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden im Jahr etwa 46 Euro mehr im Jahr für ihre Stromversorgung ausgeben müssen. Demgegenüber haben 107 Grundversorger ihre Preise um durchschnittlich 4 Prozent gesenkt. Verivox rechnet langfristig mit einem weiteren Anstieg der Strompreise. 2009 waren die Preise durchschnittlich um 7 Prozent gestiegen.
Worauf basieren diese unterschiedlichen Trends? Viele neue Anbieter profitieren von den gesunkenen Preisen an der Strombörse, wohingegen die großen Konzerne ihre Kontingente bei Kraftwerken bereits bezahlt haben, als der Preis noch höher lag.
RWE begründet seine Preiserhöhung zusätzlich mit der Förderung des Ökostroms. So sei diese Umlage am Anfang des Jahres um 55 Prozent gestiegen, diese Mehrkosten würden nun an die Verbraucher weitergegeben.
Experten rechnen jedoch nicht damit, dass die angekündigte Brennelementesteuer für Atomkraftwerksbetreiber Auswirkungen auf die Strompreise haben wird. Diese wird jedoch den Gewinn der Kraftwerksbetreiber schmälern, was nicht gut ist für die Aktionäre – auch RWE schließt eine Kürzung der Dividenden nicht aus.