Menschen, die gerne in Bio-Läden einkaufen, leben insgesamt gesünder. Das liegt nicht nur am Verzehr dieser ökologisch angebauten Lebensmittel. Vielmehr zeichnet diese Verbrauchergruppe ein insgesamt anderer Lebensstil aus. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des Max-Rubner-Instituts für Ernährung und Lebensmittelforschung, indem sie Daten der Nationalen Ernährungsstudie auswerteten. Für die Studie wurden 20.000 Menschen zu ihrem Ernährungsverhalten und zum Lebensstil befragt.
Demnach ist der größte Teil der Kunden in Bioläden zwischen 35 und 50 Jahren alt und überwiegend weiblich. Bei der Studie fanden die Forscher heraus, dass der wirkliche Gesundheitsvorteil nicht unbedingt in den Lebensmitteln selbst zu sehen ist sondern vielmehr darin, dass diese Menschen auch weniger zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen, weniger Fleisch- und Wurstwaren konsumieren, seltener rauchen und sich mehr bewegen. Auch wären sie besser über eine gesundheitsbewusste Ernährung Bescheid. All dies zusammen macht den gesunden Lebensstil aus.
Für viele Menschen ist die Frage, im Bioladen einzukaufen, eine Frage des Geldes. Doch gesunde Ernährung muss nicht zwangsläufig teuer sein. Auch durch die Reduktion des Verzehrs von Wurst und Fleisch zugunsten von Obst und Gemüse lässt es sich gesünder leben. Auch der Verzicht aufs Rauchen und sportliche Aktivitäten sind eigentlich nicht vom Geldbeutel abhängig. Dennoch ist der Studie zufolge die "gesunde" Gruppe bei den Käufern von Bioprodukten größer. So treiben zwei Drittel dieser Menschen regelmäßig Sport, während es nur die Hälfte der Nicht-Bio-Käufer tut. Auch der Nichtraucheranteil der Bio-Käufer liegt mit 80 Prozent über dem Durchschnitt, auch haben in dieser Gruppe 45 Prozent ein Normalgewicht, während es bei den Normalverbrauchern nur 37 Prozent sind.