Den deutschen Krankenkassen geht es schlecht. Das wird einmal mehr deutlich durch den geplanten Zusammenschluss dreier Krankenkassen. Die Fusion der AOK Hessen, Thüringen und Sachsen ist für den 1. Januar 2011 geplant. Durch die Fusion sollen finanzielle Engpässe besser aufgefangen werden. Da größere Krankenkassen finanzielle Tiefs leichter überwinden können als kleinere Kassen, gab es bereits in der Vergangenheit zahlreiche Fusionen zu verzeichnen. Im letzte Jahr fusionierten insgesamt 33 Kassen. Die Fusion der drei AOK Kassen, die zu einer großen AOK Plus zusammengeführt werden, setzt die AOK Plus auf Platz Vier bei den großen Krankenkassen. An erster Stelle fungiert die Barmer GEK, die auf mehr als 8 Millionen Mitglieder blicken kann. Zweitstärkste Kasse ist mit über 7 Millionen Mitgliedern die Techniker Krankenkasse, gefolgt von der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) mit knapp 6,5 Millionen Mitgliedern. Die AOK Plus wird nach der Fusion mehr als 4 Millionen Mitglieder haben.
Beschlossen wurde die Fusion der AOK Plus Sachsen-Thüringen und der AOK Hessen von den Verwaltungsräten. Der Sitz der künftigen AOK Plus soll in Dresden sein, die Standorte der derzeitigen Kassen Hessen und Thüringen in Bad Homburg und Erfurt sollen erst einmal bestehen bleiben. Auch die rund 150 kleineren Filialen bleiben weiterhin erhalten. Die Zahl der Vorstandsmitglieder soll sich ebenfalls nicht reduzieren, vielmehr haben nach der Fusion drei Vorstandmitglieder Verfügungsgewalt.
Der GKV-Verband gab an, dass seit Anfang diesen Jahres 169 Krankenkassen in Deutschland ansässig sind. Aufgrund finanzieller Probleme bei allen Kassen ist davon auszugehen, dass noch mehr Fusionen stattfinden werden. Ein Zusammenschluss weiterer AOK Kassen mit der AOK Plus sei aber nicht geplant. Von Seiten der AOK Hessen erfolgt die Fusion einem Sprecher zufolge jedoch nicht aus finanziellen, sondern vielmehr aus organisatorischen Gründen. Die Aufgaben der Kassen, die immer komplexer werden, sollen von einer großen Kasse besser zu bewältigen sein.
Durch die Fusion sollen im Übrigen keine Arbeitsplätze verloren gehen. Die fusionierte AOK Plus soll rund 8.500 Mitarbeiter haben, allein 3.800 Angestellte sind bei der AOK Hessen beschäftigt. Die Kassen erhoffen sich durch die Fusion einen größeren finanziellen Spielraum und die Vermeidung der Erhebung von Zusatzbeiträgen an die Mitglieder. Das gesundheitspolitische Gewicht soll durch die Fusion gestärkt werden, denn immerhin wird die AOK Plus die viertgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland sein.
Abgesehen von der Abwendung von Zusatzbeiträgen ändert sich auch sonst für die Mitglieder nicht viel. Die bisherigen Versichertenkarten können bis zum Ablauf der Gültigkeit weiter genutzt werden und werden erst dann durch neue Karten ersetzt. Dadurch soll der Verwaltungsaufwand und die damit verbunden Kosten minimiert werden.