Chipkarten werden künftig sicherer

  1. 20.07.2010 13:28
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Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist auch in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Neben den Zahlungen mit Scheck- und Kreditkarten nimmt auch die Nutzung von Chipkarten immer weiter zu. Doch hier kann derzeit noch leicht manipuliert werden. Mit einem Laptop, Lesegerät und entsprechender Software 0 können gespeicherte Geldbeträge auch in Gebieten mit hohen Sicherheitsanforderungen manipuliert oder Karten dupliziert werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will dem nun mit dem neu gestarteten und mit fast 2,8 Millionen Euro geförderten Forschungsprojekt RESIST entgegenwirken. Um sich Zugang zu den geheimen Kartenschlüsseln zu verschaffen, werden oft so genannte Seitenkanalangriffe gestartet. Dabei werden Signale wie Stromverbrauch, Wärme, elektromagnetische Strahlung und die Reaktionszeit für Berechnungen ausgewertet, die die Chipkarte in ihre Umgebung abgibt. Normalerweise werden diese Seitenkanalangriffe für die Überprüfung von Verschlüsselungsgeräten genutzt. Sie können jedoch auch die Sicherheit von Chipkartensystemen aushebeln und Daten ohne großen Aufwand manipulieren. Den Schaden haben dann die Betreiber der Kartensysteme.

Mit RESIST sollen nun Möglichkeiten entwickelt werden, Chipkarten gegen Seitenkanalangriffe resistent zu machen. Eine Möglichkeit ist, durch die Verpackung der Systeme keine leicht detektierbaren Signale mehr nach außen dringen zu lassen. Weiterhin könnte die eigentliche Datenverarbeitung mit sinnlosen Aktionen überlagert werden, um die relevanten Informationen schwerer herausfilterbar zu machen.

Zu diesem Zweck arbeiten universitäre und industrielle Partner unter der des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT in Darmstadt an der Entwicklung kostengünstiger, sicherer und einfacher Techniken, die auch der Qualitätssteigerung und dem Schutz nationaler Produkte und Anwendungen wie der digitalen Interaktion mit Bürgerämtern und dem elektronischen Personalausweis dienen soll.

Das Bundesministerium des Inneren (BMI) hat gemeinsam mit dem BMBF ein neues Programm "IT-Sicherheitsforschung" aufgelegt, dem RESIST angehört. Die IT-Sicherheitsforschung wird vom BMBF in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt 30 Millionen Euro gefördert. Das Ziel ist Gewährleistung der sicheren Funktion von Systemen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT).

Darüber hinaus befassen sich weitere Projekte unter anderem mit der der Sicherheit der elektronischen Komponenten im Auto oder von Selbstbedienungsautomaten in Banken und Geschäften. Mit RESIST werden innovative Entwicklungen von Hardwareherstellern sowie aus der IT-Sicherheitsbranche unterstützt. Dadurch sollen neue und sicherere Produkte auf den Markt gebracht werden, die auch für weitere Anwendungsfelder genutzt werden können.




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