Nach den vielfach aufgetretenen Empfangsproblemen mit dem iPhone 4 hat der Chef des Herstellerkonzerns Apple Steve Jobs auf einer Pressekonferenz (
wir berichteten) angekündigt, dass alle Käufer eines iPhone 4 eine kostenlose Schutzhülle erhalten sollen, die die Empfangsprobleme ausschalten sollen. Kunden, die sich bereits eine solche Hülle angeschafft haben, sollen die Kosten dafür erstattet bekommen.
Während Marktanalysten mit dieser Lösung zufrieden sind, wird sie von Verbraucherschützern als unzureichend kritisiert. Der Experte für mobile Geräte beim Marktforschungsunternehmen ABI Research der Website TechNewsDaily Michael Morgan bezeichnet die kostenlose Abgabe der Schutzhüllen als gute Reaktion Apples auf die Glaubwürdigkeitskrise. Diese Lösung sei einfach und schnell, dazu würde sie dem Konzern Millionen sparen.
Die Verteilung der Schutzhüllen wird dem Konzern nach Morgans Berechnung etwa 12 bis 15 Millionen Dollar kosten. Dies ist vergleichsweise wenig, denn eine Rückrufaktion, wie von einigen PR-Experten gefordert wurde, hätte Apple nach Schätzungen von Marktbeobachtern etwa 1,5 Milliarden Dollar gekostet.
Nach Meinung des Verbraucherschutzmagazins Consumer Reports ist die Verteilung der Schutzhüllen jedoch keine Langzeitlösung. Auch die zeitliche Begrenzung des Angebots kostenloser Schutzhüllen bis zum 30. September 2010 wird bemängelt. Zudem würde Apple nur den Kaufpreis für Schutzhüllen erstatten, die beim eigenen Unternehmen gekauft worden sind, während die Kosten für Schutzhüllen anderer Anbieter nicht erstattet würden.