Wie der ADAC meldete, kommt es zur Haupturlaubszeit bei Flügen nach Spanien immer wieder zu Verspätungen. Der Grund: Im Kontrollzentrum Barcelona häufen sich die Krankmeldungen von Fluglotsen. Auch der Flugverkehr zu den Balearen wird über die Mittelmeer-Metropole kontrolliert.
Die staatliche Flughafenbehörde AENA ist jedoch der Auffassung, dass die Krankheitsfälle nur vorgetäuscht sind. Sie vermutet einen verkappten Streik, mit dem die Lotsen die Flughafenverwaltung unter Druck setzen will. Von Seiten des Verkehrsministers José Blanco wurden bereits Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft gegen die Lotsen angekündigt.
Seit Jahren stocken die Tarifverhandlungen. Bereits seit dem Auslaufen des Tarifvertrags 2004 streiten sich das Verkehrsministerium und die Fluglotsen. Fortschritte hat es seitdem kaum gegeben. Vielmehr müssen die Lotsen seit Februar 2010 noch länger arbeiten und bekommen weniger Überstunden bezahlt. Allerdings gelten sie als die weltweit bestbezahlten Fluglotsen.
Zurückgewiesen werden die Beschuldigungen jedoch von der Lotsengewerkschaft USCA. Diese sieht den hohen Krankenstand in der Tatsache begründet, dass die Lotsen wegen des knappen Personals und schlechten Dienstplänen extremem Stress ausgesetzt seien.
Durch die Krankmeldung von 39 der 106 Lotsen am 19. Juli verzögerten sich nach Angaben der AENA die Starts und Landungen von etwa 120 Maschinen. Verspätungen von mehr als einer Stunde betrafen jedoch lediglich 20 Maschinen. Am 20. Juli erschienen viele Mitarbeiter der Frühschicht nicht zur Arbeit, wodurch einige Flieger nicht pünktlich starten konnten.