Eine neue Quelle für erneuerbare Energien haben Wissenschaftler der Oregon State University entdeckt. Das Team um Hong Liu fand heraus, dass Elektroden, die mit Gold überzogen werden, bei der Gewinnung von Strom aus Abwasser eine Leistung bringen, die bis zu 20 Mal so hoch ist wie bei herkömmlichen Graphitelektroden ohne Überzug.
Die Technologie der mikrobiellen elektrochemischen Zellen funktioniert bislang nur im Labor. Die Wissenschaftler schreiben im Fachmagazin "Biosensors and Bioelectronics", dass die Kosten für die Elektroden vor einer Anwendung außerhalb des Labors noch gesenkt werden und ihre Effizienz noch weiter gesteigert werden müsse.
Die Idee der erneuerbaren Energie, Strom aus Abwasser zu gewinnen, entstand dadurch, dass Mikroorganismen, die schon seit langem bei der Abwasserreinigung zum Zersetzen von organischem Material genutzt werden, beim Wachsen Elektronen freisetzen. Die Wissenschaftler versuchten nun, durch Veränderungen an den Graphitelektroden die vergleichsweise geringen Energiemengen zu vergrößern. Nach einem wenig erfolgreichen Versuch mit Palladium stellten sie fest, dass durch den Goldüberzug bis zu 20 Mal mehr Strom entstand als ohne Überzug.
Die Möglichkeit, Haushalte mit Strom zu versorgen, der aus Abwasser gewonnen wird, liegt noch in der Zukunft. Mittelfristig werden durch erneuerbare Energien zumindest die Energiekosten der Kläranlagen reduziert werden können. Die Forscher wollen ihre Versuche jedoch fortsetzen und prüfen, ob vergleichsweise günstige Materialien ähnliche Ergebnisse erzielt werden können wie der Goldüberzug.