Soziales Umfeld: Krank durch Einsamkeit

  1. 02.08.2010 09:10
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In Zeiten der virtuellen Welt und eines immer rasanteren Lebensstils ist es schwer, feste zwischenmenschliche Beziehungen zu knüpfen. Jeder Mensch wünscht sich Wärme, Schutz, ein offenes Ohr; doch die Zahl der Mitglieder von Netzwerken und Communities im Internet wächst unaufhörlich. Findet man dort „echte“ Freunde für das Leben oder nur kurzlebige Bekanntschaften?

Eine Studie der amerikanischen Birgham Youth University, Utah, beweist, dass sozial kompetente Menschen eine bessere Gesundheit ausweisen und eine höhere Lebenserwartung haben, als Einzelgänger. Dieser Studie liegen die Ergebnisse aus circa 150 anderen Studien zugrunde, in denen mehr als 250.000 Menschen befragt und über mehr als sieben Jahre begleitet worden sind. Die Birgham Youth University kam zu dem Schluss: Ein Mensch, der auf Freunde und Familie zählen kann, hat eine bis zu 50 Prozent höhere Lebenserwartung, als zurückgezogen lebende Menschen. Diese Einsamkeit kann durchaus auch Grund für einen frühzeitigen Tod sein und stellt oftmals ein höheres Risiko als Rauchen oder zu fetthaltiges Essen dar.

Wer Freunde und Familie hat, hat ein stärkeres Immunsystem. Die Forscher gehen davon aus, dass durch das soziale Miteinander, das eigene Bewusstsein für sich selbst gestärkt wird und man sich selbst und seine Gesundheit besser empfindet.

Bisher galten Rauchen, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel als Risikofaktoren für die Gesundheit. Einsamkeit wurde als Auslöser für einen frühzeitigen Tod nicht in Betracht gezogen. Um dass zu ändern, kämpfen die Forscher der Birgham Youth University dafür, eine neues öffentliches und persönliches Bewusstsein für dieses neue Risiko zu schaffen. Die Gesundheitsvorsorge soll sich nicht nur auf Alkohol, Zigaretten und zu wenig Bewegung konzentrieren, sondern auch die Förderung des sozialen Umfelds des Einzelnen. Besonders dort, wo es am notwendigsten ist, in Krankenhäusern zum Beispiel, soll die Genesung der Patienten durch mehr persönliche Kontakte untereinander gefördert werden. Nicht umsonst kommen jetzt schon Clowns in Krankenhäuser und schenken chronisch kranken Kindern eine lustige, schöne Zeit.




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