Die Bundesagentur für Arbeit hat die neuen Arbeitslosenzahlen vorgelegt. Erwartungsgemäß ist die Arbeitslosenquote im Juli gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen, auf 3,192 Millionen Erwerbslose. Dies liegt jedoch an den Schulabgängern, die sich bis zum Beginn eines Studiums arbeitslos melden. Saisonbereinigt ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juni um 20.000 und im Vergleich zum Juli 2009 um 271.000 gesunken. Damit lag die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit im Juni bei 2,81 Millionen. Die Erwerbslosenquote betrug 6,6 Prozent.
Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben seit Beginn der Wirtschaftskrise zugenommen, jedoch nicht so stark, wie anfangs befürchtet. Saisonbereinigt hat die Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nach vorläufigen Daten im Mai um 45.000 und im Juni um 25.000 zugenommen. Ohne die Saisonbereinigung hat die Erwerbstätigkeit nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Juni gegenüber dem Vormonat um 89.000 und gegenüber dem Juni 2009 um 124.000 zugenommen. Einen großen Anteil macht die Teilzeitbeschäftigung aus, die seit Juni 2009 um 180.000 gestiegen ist.
Die Anzahl der Selbstständigen hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht, wohingegen die Anzahl der geringfügig Beschäftigten und der Beschäftigten in Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung gesunken ist. Die Zahl der offenen Stellen stieg im Juli saisonbereinigt um 11.000, nicht saisonbereinigt um 391.000, von denen 88 Prozent sofort zu besetzen waren. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 93.000. Somit ist der BA-X, der Stellenindex der BA, von Juni zum Juli um 4 Punkte auf 142 gestiegen. Der ist somit innerhalb eines Jahres um 34 Punkte gestiegen und liegt nun einen Punkt über dem Wert aus dem Oktober 2008, dem Monat vor Beginn der Wirtschaftskrise. Auch bei der Kurzarbeit macht sich der Aufschwung bemerkbar.
Auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist gestiegen. Im Zeitraum Oktober 2009 bis Juli 2010 wurden mit 424.000 Ausbildungsstellen 10.200 mehr gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Doch noch immer übersteigt die Anzahl der Bewerber die der offenen Ausbildungsstellen. So haben sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres 511.200 Bewerber an die BA oder zugelassene kommunale Träger gewandt. Dies sind 3.800 weniger als im Vorjahreszeitraum. Dies resultiert aus dem demografischen Wandel. Es gibt auch weniger so genannte Altbewerber. 108.500 Ausbildungsstellen waren im Juli noch unbesetzt. Dies sind 9.500 mehr als 2009. 152.600 Bewerber haben noch keine Ausbildungsstelle. Diese Zahl liegt um 13.600 unter der des Vorjahres. Hier bleibt jedoch abzuwarten, wie die endgültigen Zahlen nach Abschluss des Beratungsjahres aussehen.