Die Einführung von Zusatzbeiträgen zur Entlastung der finanziellen Situation ist für viele gesetzliche Krankenkassen zum Bumerang geworden. Denn eine große Anzahl der Versicherten nahm die Einführung des Beitrags bei ihrer Krankenkasse zum Anlass, die Mitgliedschaft zu kündigen und sich eine Krankenkasse zu suchen, die keien Zusatzbeiträge erhebt. So meldet die DAK, dass sie bis Juli 2010 rund 307.000 Versicherte weniger hatte. 64.000 davon waren beitragsfrei Versicherte, 60.000 Mitglieder haben nicht die Versicherung gewechselt sondern sind verstorben oder in eine Familienversicherung gewechselt. Ob und in welcher Höhe der Zusatzbeitrag beibehalten wird, konnte noch nicht gesagt werden.
147.000 Versicherte verlor die KKH-Allianz, darunter 116.000 zahlende Mitglieder. Hier besteht jedoch die Zuversicht, dass der Zusatzbeitrag ab 2011 nicht mehr erhoben werden muss. Auch die BKK Gesundheit verlor 20 Prozent ihrer Mitglieder, was sie auf die Einführung des Zusatzbeitrags zurückführt.
Gewinner sind die allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK), die einen Zuwachs um 521.000 Versicherten verzeichnen konnten, die Techniker Krankenkasse mit 238.000 neuen Versicherten und die Barmer GEK, die 69.000 neue Versicherte vermelden konnte. Für 2011 gibt sich auch die Bundesregierung optimistisch, dass sich durch die angesprungene Konjunktur und die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge von 14,9 auf 15,5 Prozent die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherungen verbessern wird.