Nachdem immer wieder Fälle bekannt werden, in denen Ärzte Leistungen bei den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, die gar nicht erbracht wurden, verwundert die Forderung des Vorsitzenden des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, nach einer Patientenquittung nicht. Mit diesen Quittungen sollen die Patienten prüfen und bestätigen, welche Leistungen vom behandelnden Arzt erbracht und abgerechnet werden.
Durch falsche Abrechnungen entstehen den Krankenkassen jährlich Schäden in Millionenhöhe. Ein weiterer Effekt einer solchen Quittung könnte auch ein besseres Bewusstsein bei den Patienten für die in Anspruch genommenen Leistungen sein. Sie könnten so einen Überblick über die entstehenden Kosten für Behandlungen, Anwendungen und Verschreibungen erhalten. Bisher wissen die Patienten nicht, welche Kosten sie den gesetzlichen Krankenkassen verursachen. Dieser Betrag liegt derzeit bei jährlich durchschnittlich 3.000 Euro.
Ein weiterer Kritikpunkt ist für Billen die Verteilung der Arztpraxen in Deutschland. So ist die Dichte von Arztpraxen in Städten, insbesondere in Gegenden mit wohlhabenden Bürgern, wesentlich größer als auf dem Land, wo es eine Unterversorgung gibt und gerade ältere und nicht mobile Bürger oft weite Wege zur nächsten Arztpraxis auf sich nehmen müssen. Billen fordert daher, die Arztdichte in den Ballungszentren von Städten zu verringern. Seiner Meinung nach finden aufgrund dieser Arztdichte dort auch mehr Arztbesuche statt.