Ein großer Anteil der gesetzlich Krankenversicherten sind Mitglieder weniger gesetzlicher Krankenversicherungen. Durch Fusionen ist die Anzahl der Krankenkassen innerhalb von 24 Monaten von 216 auf derzeit 163 gesunken. Der Chef des Bundesverbandes der Innungskrankenkassen Rolf Stuppardt sieht darin eine große Gefahr. Er äußerte seine Bedenken gegenüber der Frankfurter Rundschau. Seiner Meinung nach haben die Fusionen zu wenig mit gesundheitsökonomischen Zielen zu tun, vielmehr ginge es meist darum, das Überleben zu sichern.
Parallelen zieht Stuppardt zum Bankwesen, in dem große Banken durch staatliche Hilfen gestützt wurden, weil eine Pleite das gesamte Finanzsystem mit sich in den Abgrund gerissen hätte. Er unterstellt, dass gleiches bei einem drohenden Aus einer großen Krankenkasse geschehen würde: der Staat würde einspringen, um eine Katastrophe im Gesundheitswesen zu verhindern.
Auch der Chef der Siemens-Betriebskrankenkasse Hans Unterhuber kritisiert die Aussagen deutscher Politiker, dass wenige Krankenkassen genügen würden sowie deren Bestreben, Krankenkassen zu Fusionen zu raten. Man habe im Bankensystem gesehen, dass es nicht gut sei, auf zu große Einheiten zu setzen. Wenn man nun im Krankenversicherungswesen denselben Weg gehe, hätte man keine Lehren aus der Wirtschaftskrise gezogen.