Es sind die typischen Auswirkungen der Überflussgesellschaft: Nach einer Studie, die das Zentrum für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) im Auftrag der Deutschen Krankenversicherung (DKV) durchgeführt hat, leben die meisten Deutschen ungesund. Etwa die Hälfte ernährt sich nicht ausgewogen, ein Viertel raucht und ein Fünftel der Deutschen konsumiert Alkohol in einer Menge, die nicht als gesund bezeichnet werden. Für diese Studie wurden im März und April diesen Jahres deutschlandweit 2.500 Personen per Telefon befragt worden. Besonders die jungen Erwachsenen unter 30 Jahre fallen negativ auf. Nur sieben Prozent von ihnen führen ein allgemein gesundes Leben, während es bei den Personen über 65 Jahren immerhin 20 Prozent sind.
Bewegungsmangel stellt einen wichtigen Faktor dar. Nur 40 Prozent der Deutschen bewegt sich an fünf Tagen der Woche mehr als 30 Minuten, wie es die Minimalanforderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgibt. Der Bildungsgrad macht sich gerade hier bemerkbar: So gaben nur 36 Prozent der Akademiker an, sich genügend zu bewegen, während es bei Personen mit Hauptschulabschluss immerhin 50 Prozent waren. Dies mag darin begründet sein, dass Menschen mit Hauptschulabschlüssen in der Regel handwerklichen Tätigkeiten nachgehen, die ihnen viel Bewegung verschaffen. Die gesündeste Lebensweise, insbesondere die meiste Bewegung wurde in Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 84 Minuten in der Woche festgestellt, während in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland weniger als zehn Prozent eine gesunde Lebensweise angeben konnten.
Sogar innerhalb Berlins wurden Unterschiede festgestellt: Während in Westberlin nur 62 Prozent der Einwohner sich genügend bewegen, sind es in Ostberlin 72 Prozent. Dies wird wiederum mit dem höheren Anteil an körperlicher Arbeit im Osten der Stadt begründet.