Laut dem Vorstand der WHO geht von dem Schweinegrippevirus H1N1 keine Gefahr mehr aus. Das ursprünglich als sehr gefährlich eingestufte Virus habe sich nicht so entwickelt wie befürchtet. Das höchste Warnniveau war im vergangenen Jahr ausgesprochen worden, weil eine tödliche Mutation des Virus vorausgesehen wurde. Dies ist so nicht eingetroffen.
Nachdem Anfang 2009 eine rasche Ausbreitung des Virus in den USA und Mexiko beobachtet wurde und das Virus von Urlaubern in andere Länder geschleppt wurde, entschied die WHO sich im Juni für die Erklärung der Schweinegrippe zur globalen Pandemie. Der Erreger trat seit seinem Auftauchen in 200 Ländern auf und forderte dabei knapp 18.500 Todesopfer. Dies sind aber weit weniger als erwartet. Die Schweinegrippe verlief in den meisten Fällen mild. In Deutschland wurden zwischen Herbst 2009 und jetzt 226.000 Fälle der Schweinegrippe gemeldet. Es wird aber von einer weit höheren Zahl ausgegangen. Durch den relativ milden Verlauf wurden sicherlich viele Schweinegrippefälle nicht als solche erkannt. Deutschlandweit wurden laut dem Robert-Koch-Institut 258 Todesfälle registriert. Die Impfbereitschaft der Deutschen war sehr gering, sie lag lediglich bei 8 Prozent.
Die Einstufung der Schweinegrippe durch die WHO als weltweite Seuche wurde vielfach kritisiert. Diese Vorwürfe wurden trotz des glimpflichen Ausgangs nicht nur von der WHO, sondern auch von anderen Experten abgeschmettert. Nachdem keine beängstigenden Ausbrüche der Schweinegrippe mehr beobachtet werden konnten, plädierte jetzt eine Gruppe von Wissenschaftlern der UN-Behörde in Genf dafür, das als globale Pandemie ausgewiesene Virus zurückzustufen. Dem kam die WHO nach und erklärte die Pandemie für beendet.
Der Phase nach der Seuche wird dahingehend Rechnung getragen, dass bei der bald wieder anstehenden jährlichen Grippeimpfung erstmals auch Wirkstoffe gegen die Schweinegrippe enthalten sein werden. Eine Grippeimpfung wird auch für diejenigen empfohlen, die bereits gegen die Schweinegrippe geimpft worden sind. Es wird angenommen, dass im kommenden Winter eine Vielzahl von Grippeviren grassieren wird, gegen die nur eine entsprechende Impfung schützen kann.