Der Body-Mass-Index BMI allein ist nicht ausschlaggebend für ein langes Leben bei bester Gesundheit. Vielmehr wirkt sich auch die Größe des Taillenumfangs auf das Gesundheitsrisiko aus. Zu diesem Resultat kam eine Studie von US-Forschern der amerikanischen Krebsgesellschaft in Atlanta, bei der über neun Jahre allgemeine medizinische Daten von über 100.000 US-Bürgern sowie Todesursachen bei rund 14.600 US-Bürgern näher untersucht wurden.
Das Ergebnis wurde in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift "Archives of Internal Medicine" veröffentlicht und zeigt unter anderem, dass eine erhebliche Gesundheitsgefährdung bei Frauen mit einem Taillenumfang von über 88 cm und bei Männern von über 102 cm besteht. Das Risiko, früher zu sterben, verdoppelt sich gegenüber dem Durchschnitt bei Frauen ab einem Taillenumfang von 110 cm und bei Männern mit einem Bauchumfang von 120 cm.
Der BMI spielte bei den untersuchten Menschen dagegen nur eine geringe Rolle im Hinblick auf das Gesundheitsrisiko. Frauen, die einen großen Taillenumfang haben und normale Werte beim BMI aufweisen, sind sogar nach dem Studienergebnis besonders gefährdet, früh zu sterben.
Bisher wurde der BMI, der aus dem Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat ermittelt wird, als hauptsächlicher Indikator für eine hohes Gesundheitsrisiko und frühes Sterben durch entsprechendes Übergewicht angesehen. Liegt der BMI zwischen 18,5 und 25, wurde dieser bislang als normal erachtet und vor allem als wichtiger Faktor im Hinblick auf die Gesundheit angesehen.
Doch nicht nur Forscher aus den USA kamen zu dem Ergebnis, dass es nicht auf den BMI, sondern auf den Taillenumfang ankommt, um Aussagen über ein Gesundheitsrisiko durch Übergewicht treffen zu können, sondern auch deutsche Forscher an der Medizinischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Die deutschen Forscher wollen aufgrund des Studienergebnisses erreichen, dass sich ein neuer Indikator aus der Relation zwischen Körpergröße und Taillenumfang durchsetzt.
Eine genaue Begründung der Relation zwischen Taillenumfang und Gesundheitsrisiko kann noch nicht definitiv genannt werden. Die Erklärung der US-Forscher tendiert zu der Variante des Fettes, das im Bauchgewebe abgelagert wird. Das Fett in Hüften, Gesäß und Beinen wird demnach subkutan, direkt unter der Haut, abgelagert. Das Fett am Bauch jedoch wird auf schädliche Weise viszeral abgelagert, sodass die Eingeweide davon betroffen werden. Blutdruck, Stoffwechsel sowie Blutfettwerte können dadurch negativ beeinflusst werden und gleichzeitig kann dies zu Insulinresistenz führen. Diese wiederum kann Diabetes Typ-2 zur Folge haben.
Bei viszeralem Fett wird zudem vermutet, dass dadurch schädliche Botenstoffe und Fettsäuren in den Körper gelangen, die wiederum Entzündungen verursachen können. Nach Ansicht der Forscher kann viszerales Fett eventuell auch das Risiko von Arteriosklerose erhöhen.