Die Borrelien-Bakterien sind die Erreger der Borreliose und werden über Zecken in den Körper übertragen. In der Regel lässt sich Borreliose nach der Diagnose durch Antibiotika erfolgreich behandelt, das Problem in Deutschland konzentriert sich dabei auf das Erkennen der Borreliose aufgrund der unterschiedlichen Symptome. Ein wichtiger Hinweis auf eine Infektion mit dem Borreliose-Erreger ist eine meist um die Einstichstelle der Zecke kreisförmige Rötung der Haut.
Borreliose ist nach Ansicht der Experten eine der am häufigsten unterschätzten Krankheiten. Im Rahmen einer Pressekonferenz des BFBD, der Patientenorganisation "Borreliose und FSME Bund Deutschland" vertrat Wolfgang Zöller, der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, die Ansicht, dass in Deutschland im Hinblick auf Borreliose deutliche Defizite in der Forschung bestehen.
Dabei kritisiert der Patientenbeauftragte, dass Situationen, in denen die Patienten zahlreiche Ärzte aufsuchen und innerhalb von zwei bis drei Jahren noch immer keine gezielte Diagnose gestellt werden kann, nicht tragbar sind. In diesem Zuge fordert Zöller Ärzte, Wissenschaftler und Krankenkassen zum gemeinsamen Handeln auf. Innerhalb des gemeinsamen Bundesausschusses von Krankenkassen und Ärzten sollen die Patienten zudem ein höheres Mitspracherecht erhalten. Nach seiner Zusage soll ein entsprechendes Konzept als Gesetzesvorlage erarbeitet und 2011 in ein Gesetz umgesetzt werden.
Zahlreiche Fehldiagnosen bei Borreliose werden von Ute Fischer, der Geschäftsführerin des BFBD angekreidet. Borreliose äußert sich in verschiedensten Symptomen, sodass eine Diagnose schwer zu stellen ist. Unter anderem können Lähmungen, motorische Probleme, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen bis hin zu Depressionen durch Borreliose hervorgerufen werden. In manchen Fällen können die Depressionen so extrem sein, dass diese sogar in Suizid enden. Ein wahrhafter Ärztetourismus durch Deutschland resultiert daraus, dass es an Experten für Borreliose in der Bundesrepublik mangelt.
Die Zahl der in den letzten Jahren an das Robert-Koch-Institut aus den neuen Bundesländern gemeldeten Erkrankungen an Borreliose liegt nach Angaben einer Sprecherin bei etwa 6.000. Eine Meldepflicht für Borreliose besteht derzeit nur in den neuen Bundesländern und nicht bundesweit. Eine Ausweitung auf die gesamte Bundesrepublik ist nach Ansicht des Patientenbeauftragte sinnvoll und soll beim kommenden Treffen der Gesundheitsminister gefordert werden.