Die Belastung, die eine Arbeitslosigkeit mit sich bringt, macht sich bei vielen Betroffenen auch auf gesundheitlicher Ebene bemerkbar. Die seelische Belastung, die durch eine Arbeitslosigkeit entsteht, macht auf Dauer körperlich krank. Das ist umso mehr gegeben, je länger die Arbeitslosigkeit andauert. So wundert es kaum, dass die Krankenstandsquote bei den Hartz IV-Empfängern in der Altersgruppe zwischen 55 und 59 Jahren bei mehr als 15 Prozent liegt. Gerade ältere Arbeitslose haben es schwer, in der Berufswelt wieder Fuß zu fassen. Aber auch jüngere Arbeitssuchende weisen bereits eine Krankenstandsquote von knapp 4,5 Prozent auf, während der Krankenstand bei erwerbstätigen Arbeitnehmern zwischen 15 und 24 Jahren gerade einmal 3 Prozent beträgt.
Aufgrund dieser Zahlen, die vom Deutschen Gewerkschaftsbund ermittelt wurden, kann ein direkter Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und gesundheitlichen Problemen hergestellt werden. Vor allem, wenn die Aussichten auf einen neuen Arbeitsplatz immer schlechter werden, macht sich das am Krankenstand bemerkbar. Die gesundheitlichen Probleme fördern nicht gerade die Chancen eines Arbeitslosen, wieder in die Berufswelt zurückzukehren. Bei den Hartz IV-Empfängern sind es mehr als 40 Prozent, die ihren Gesundheitszustand als schlecht einschätzen. Auch die Arbeitslosenstatistik vom Juni 2010 spricht Bände. Mehr als 530.000 der Arbeitslosen bekommen aufgrund ihrer gesundheitlichen Defizite Probleme bei der Vermittlung eines neuen Arbeitsplatzes. Der DGB moniert, dass für Arbeitslose kaum eine Förderung im Bereich Gesundheit stattfinde und appelliert an die Krankenkassen, hier eine stärkere Prävention für Erwerbslose zu betreiben.