Keine Zusatzbeiträge bei Techniker Krankenkasse und Barmer

  1. 18.08.2010 09:04
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Die großen gesetzlichen Krankenkassen Barmer GEK und Techniker Krankenkasse wollen auch 2011 darauf verzichten, Zusatzbeiträge zu erheben. Auch die AOK erwartet, dass die Krankenkasse 2011 noch ohne Zusatzbeiträge auskommt. Nach Angaben von Wilfried Jacobs, dem Vorstandschef der AOK Rheinland/Hamburg, ist die Einführung von Extrabeiträgen in der ersten Jahreshälfte 2011 auf jeden Fall tabu. Er fordert die Politik auf, endlich eine klare Lösung zur Finanzierung der Krankenkassen zu präsentieren.

In der ersten Jahreshälfte 2010 hatten sich einige Krankenkassen für die Erhebung der Zusatzbeiträge entschieden, was zu einer wahren Wechselflut führte. Der Preiskampf der Krankenkassen hat sich enorm gesteigert, um Kosten zu sparen und keine Zusatzbeiträge erheben zu müssen, folgen Sparmaßnahmen, die vor allem die gesetzlich Versicherten treffen. Der Anteil der gesetzlich Versicherten in Deutschland liegt bei rund 70 Millionen, etwa 9 Millionen Deutsche sind privat krankenversichert.

Die rund zehn Krankenkassen, bei denen bereits Zusatzbeiträge erhoben werden, müssen mit weiteren Kündigungen rechnen. Jede neue Krankenkasse, die sich zu diesem Schritt entscheidet, wird ebenfalls Kündigungen in Kauf nehmen müssen, denn viele der Versicherten ziehen einen Wechsel der Krankenkasse der Zahlung von Zusatzbeiträgen vor. Als Sieger im Preiskampf geht derzeit die Techniker Krankenkasse TK hervor, über 238.000 Versicherte wechselten im ersten Halbjahr 2010 zur TK. Die Barmer GEK konnte seither rund 60.000 neue Mitglieder gewinnen, die DAK dagegen gilt bisher als größter Verlierer nach Erhebung der Extrabeiträge.

Sofern die Gesundheitsreform nicht abgeschwächt werde und damit einige Leistungsanbieter eventuell nicht von den Sparmaßnahmen betroffen werden, will die Barmer GEK 2011 keine Zusatzbeiträge erheben. Die Bundesregierung ist nach Angaben von Birgit Fischer, der Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, in der Pflicht, in der hausarztkonzentrierten Versorgung eine Umsetzung der Honorarbegrenzung durchzusetzen. Die Hausarztverträge in der jetzigen Form tragen nur zu Steigerungen der Honorare bei und nicht zu Leistungsverbesserungen.

Diejenigen Krankenkassen, die bereits Zusatzbeiträge erheben, haben derzeit zwar eine solidere finanzielle Basis, doch weitere Kündigungen werden unausweichlich folgen. Dies wird unter anderem durch die Zahlen der Techniker Krankenkasse verdeutlicht, die allein im Juli und August 2010 rund 13.000 neue Mitglieder hinzu bekam. Somit haben sich 2010 bereits rund 251.000 gesetzlich Versicherte zu einem Wechsel zur TK entschieden. Der größte Verlierer der ersten Jahreshälfte 2010 war die DAK, der zweitgrößte Verlierer die BKK Gesundheit. Über eine halbe Million Mitglieder verloren beide Krankenkassen im ersten Halbjahr 2010.

Dennoch will die DAK die Zusatzbeiträge noch nicht abschaffen, obwohl dadurch Überschüsse erwirtschaftet wurden, sondern erst die Endabrechnung 2009 sowie eine Konkretisierung der Eckpunkte der Gesundheitsreform abwarten. Die Beitragserhöhung von 14,9 auf 15,5 % ab 2011 dürfte jedenfalls nur knapp unter den tatsächlichen Ausgaben der Kassen liegen. Auf Zusatzbeiträge zu verzichten, ist daher bei vielen Krankenkassen nicht durchsetzbar.




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