Ein weiteres Zeichen, dass die Talsohle der Wirtschaftskrise durchschritten ist, stellen die Arbeitszahlen des 2. Quartals 2010 dar. Die absolute Zahl an Erwerbstätigen stieg seit einem Jahr erstmals wieder an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Anzahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum um 0,2 Prozent auf etwa 40,3 Millionen Menschen, was nur knapp unter dem Rekordwert von 40,7 Millionen liegt, der Ende 2008 verzeichnet wurde.
Ökonomen erwarten für die Monate September und Oktober eine Arbeitslosenzahl von unter 3 Millionen. Nach dem Rezessionsjahr 2009 zeichnet sich eine überraschend gute Erholung des Arbeitsmarktes ab, das einem Jobwunder gleicht. Im Vergleich zum Winter stieg die Beschäftigung im Frühjahr um 1 Prozent oder 402.000 Beschäftigte, nach der Bereinigung jahreszeitlicher Schwankungen um 81.000.
Besonders positiv zeigte sich die Entwicklung im Bereich Dienstleistungen. In diesem Sektor wurden 294.000 Menschen mehr beschäftigt als im gleichen Zeitraum 2009. Ein Abbau an Arbeitsstellen wurde im produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) verzeichnet. Als positiv ist hier zu vermerken, dass sich die Zahl der abgebauten Stellen im Vergleich zum Winterquartal von 323.000 auf 227.000 reduzierte.
Die Anzahl der durchschnittlich von jedem Erwerbstätigen geleisteten Arbeitsstunden stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent. Dies ist insbesondere auf den Abbau der Kurzarbeit zurückzuführen, jedoch stieg auch die Anzahl der Wochenarbeitsstunden und der Überstunden. Auch die Gesamtsumme der von allen Erwerbstätigen geleisteten Arbeitsstunden stieg um 2,5 Prozent.