Die IG Metall will eine vorgezogene Lohnerhöhung für die rund 3,4 Millionen Arbeitnehmer in der Elektro- und Metallindustrie durchsetzen. Gewerkschaft und Arbeitgeber hatten sich im Februar 2010 auf einen Beschäftigungspakt geeinigt ohne Lohnerhöhung, damit die Unternehmen durch die Nullrunde in der Wirtschaftskrise unterstützt werden. Anstelle einer Lohnerhöhung waren die Löhne für 2010 auf Eis gelegt und keine Veränderungen an den Lohntabellen vorgenommen worden. Für 2010 hatten die Arbeitnehmer lediglich einmalige Zahlungen in Höhe von insgesamt 320 Euro erhalten. Der Beschäftigungspakt beinhaltet zudem eine Lohnerhöhung von 2,7 Prozent der Tariflöhne ab 1. April 2011, wobei diese aufgrund von Betriebsvereinbarungen mit 2 Monaten Spielraum vorgezogen oder hinausgezögert werden können.
Für die Beschäftigten der Elektro- und Metallindustrie könnte dadurch eine Lohnerhöhung bereits ab Februar um 2,7 Prozent möglich werden und nicht erst zum April 2011, nachdem dies im Tarifvertrag zwischen der IG Metall und den Arbeitgebern bereits so integriert ist. Medienberichten zufolge wollen sich sowohl die IG Metall als auch die Gewerkschaft Verdi dafür einsetzen, dass im Rahmen der kommenden Tarifabschlüsse die Verbesserung der Konjunktur entsprechend auf die Lohnerhöhung umgesetzt wird.
Im Hinblick auf die unerwartet starke Konjunktur kamen bereits vor Kurzem besorgte Äußerungen aus Unternehmerkreisen der deutschen Wirtschaft, dass diese zu allzu kurzfristigen Forderungen nach einer Lohnerhöhung führen könnte. Eine Lohnerhöhung könnte jedoch nach Erklärung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt den Aufschwung deutlich bremsen. Das Niveau vor Beginn der Wirtschaftskrise sein noch nicht erreicht. Durch die Krise seien die Tariflöhne nicht gesenkt worden, sodass kein Aufholungsbedarf bestehe, wie Industriepräsident Hans-Peter Keitel erklärt, waren durch die Krise lediglich die Gewinne der Unternehmen stark beeinträchtigt worden.
Aufgrund der Verankerung der Möglichkeit einer vorgezogenen Lohnerhöhung ab Februar 2011 wird die IG Metall auf jeden Fall versuchen, diese für die Beschäftigten umzusetzen.