Personalausweis mit Mikrocomputer startet im November

  1. 20.08.2010 14:10
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Der neue Personalausweis 2.0 ist gleichzeitig ein Mikrocomputer mit einem Chip, auf dem die Daten gespeichert werden und bei Bedarf verschlüsselt übertragen werden können. Der neue Personalausweis hat lediglich Scheckkartenformat und kann nicht nur für behördliche Zwecke, sondern auch für Online-Geschäfte genutzt werden.

Die Produktion der Chips erfolgt derzeit in Hamburg, wie der Geschäftsführer des Herstellers NXP mitteilte. Von der Produktionsstätte werden diese an die Bundesdruckerei in Berlin weitergeleitet. Die Bundesdruckerei wird die Herstellung der neuen Personalausweise am 1. November starten. Bei zuvor gestellten Anträgen auf einen Personalausweis wird noch die bisherige Variante geliefert. Wer noch einen gültigen Personalausweis in der jetzigen Form besitzt, muss nichts unternehmen, bis die Gültigkeit nach 10 Jahren endet. Wer zuvor schon einen neuen Personalausweis mit Chip besitzen möchte, kann einen vorzeitigen Umtausch vornehmen. Der neue Personalausweis 2.0 mit Chip soll eine längere Gültigkeit haben, da mit dem Mikrocomputer gleichzeitig ein neuer Standard gesetzt wird, der nicht so schnell veraltet.

Bei dem Chip mit einer Datenspeicherkapazität von 144 KB für den neuen Personalausweis handelt es sich um einen Hochsicherheitsmikrocontroller, der über eine kontaktlose Schnittstelle verfügt. Der Mikrocomputer hat ein spezielles von T-Systems entwickeltes Betriebssystem mit 300 KB und soll eine sichere Speicherung der personenbezogenen Daten und eine durch Verschlüsselung geschützte Datenübertragung gewährleisten. Nach eigenen Angaben des Chip-Herstellers NXP ist der neue Personalausweis das sicherste Dokument auf globaler Ebene.

Die Sicherheitsanforderungen wurden vom BSI für den Personalausweis 2.0 klar vorgegeben. Diesbezüglich wurden nach der Entwicklung der Prüfvorgaben sämtliche Komponenten entsprechend geprüft und ein Zertifikat an NXP für den Chip im Mikrocomputerdokument überreicht.

Auf dem Chip erfolgt eine elektronische Speicherung sämtlicher Daten, die auf dem Personalausweis ersichtlich sind, also Name, Vorname, Nationalität, Geburtsdatum, Geburtsort und Passbild sowie die Adresse. Fingerabdrücke können zusätzlich auf dem Chip gespeichert werden, was jedoch beim Personalausweis auf freiwilliger Basis erfolgt. Verpflichtend sind Fingerabdrücke dagegen beim neuen Reisepass, der ebenfalls mit einem Chip von NXP ausgestattet ist.

Über ein Lesegerät, auf dem der Personalausweis platziert wird und das mittels USB-Kabel mit dem Computer verbunden wird, erfolgt das Auslesen der Ausweisdaten und die verschlüsselte Übertragung unter Anwendung kryptografischer Protokolle. Ein Ausspionieren der Daten durch Unbefugte soll dadurch verhindert werden.

Mit der Software "AusweisApp" kann der neue Personalausweis 2.0 zur sicheren Identifikation bei Online-Geschäften genutzt werden. Die Software baut eine Verbindung zum eID-Server her, um die elektronische Ausweisfunktionen zu verwenden. Die eID-Server sind direkt in Verbindung mit der Bundesdruckerei und mit weiteren Unternehmen, bei denen die Sicherheitsanforderungen des BSI gewährleistet sind.

Über die Software können die Nutzer festlegen, welche Daten ins Internet übermittelt werden sollen. Bei der Übermittlung der Daten des Alters zur Feststellung der Altersberechtigung werden dabei keine genauen Geburtsdaten übermittelt, sondern lediglich, ob der Ausweisinhaber volljährig ist oder nicht.

Die Software wird pünktlich zur Einführung des neuen Personalausweises mit Chip für Windows (ab 98), Mac OS X und Linux (Ubuntu, Debian und Suse) bereitgestellt. Mobile Anwendungen sind ebenfalls geplant, werden jedoch nicht zum 1. November verfügbar sein. Um die mobilen Anwendungen nutzen zu können, muss das Mobiltelefon mit einer NFC-Schnittstelle ausgerüstet sein.




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