Die neue Zielsetzung der Arbeitgeberbände, den Aufschwung zu fördern, dürfte deutschen Arbeitnehmern wenig schmecken. Von der Arbeitgeberseite werden nämlich Pläne laut, den Urlaubsanspruch deutscher Arbeitnehmer von bisher 6 Wochen auf nur 5 oder 4 Wochen im Jahr zu reduzieren. Der Bundesverband mittelständischer Wirtschaft plädiert für eine Regelung, nach der Arbeitnehmer nur noch 5 Wochen Urlaub bekommen sollen. Damit soll der Aufschwung gerade in den mittelständischen Unternehmen gefördert werden, die aktuell wieder volle Auftragsbücher zu vermelden haben. Insgesamt könnten durch Urlaubskürzungen rund 150.000 Unternehmen unter die Arme gegriffen werden, die nun jede Arbeitskraft gut gebrauchen können.
Der Unternehmerverband mittelständischer Wirtschaft geht sogar noch einen Schritt weiter. Dem Verband zufolge sollten 4 Wochen Urlaub vollkommen ausreichen. Im Vergleich zu anderen Ländern habe Deutschland hinsichtlich der freien Tage ohnehin eine Vorreiterstellung inne. Deutsche hätten doppelt so viele Urlaubstage wie Arbeitnehmer in anderen Ländern. Eine Kürzung von Urlaubstagen könne zudem helfen, den positiven Trend der Konjunktur zu unterstützen. Der UMW-Vorstand kann sich durchaus vorstellen, bereits im nächsten Jahr die Kürzung auf vier Wochen Urlaub probeweise einzuführen, um zu sehen, ob der Aufschwung dadurch gefördert werden kann.