Das Aus für Diät-Produkte

  1. 08.09.2010 08:23
  2. Einkauftipps
  3. Tarifeverzeichnis

Die bisherigen Richtlinien für Diabetiker sind seit Sommer diesen Jahres hinfällig. Bereits vor einem Jahr wurde vom Bundesverbraucherministerium eine Novelle vorgelegt, nach denen der bisherigen Anforderungen nach für Diabetiker geeignete Nahrungsmittel ersatzlos gestrichen werden sollen. Nach einer Anhörung in den entsprechenden Kreisen sollte die neue Verordnung im Sommer diesen Jahres rechtskräftig werden. Der neuen Verordnung zufolge dürfen Nahrungsmittel nicht mehr als für Diabetiker geeignet gekennzeichnet bzw. angeboten werden, wobei der Lebensmittelindustrie eine gewisse Übergangszeit eingeräumt wird.

Der Grund für diese neue Verordnung liegt in neuen Erkenntnissen, dem zufolge die Zusammensetzung der für Diabetiker geeigneten Produkte nicht mehr den Anforderungen entspricht. Patienten, die unter Diabetes mellitus leiden, haben einen insgesamt gestörten Stoffwechsel, der sich nicht nur auf den Zuckerhaushalt beschränkt. Diabetikerprodukte sind oft mit Fruchtzucker hergestellt worden. Ein Zuviel dieses Stoffes führt bei den Betroffenen zu einer weiteren Verschlechterung der Stoffwechselfunktionen. Ähnliches gilt für andere Süßungsmittel, die anstelle von Zucker eingesetzt werden.

Darüber hinaus ist sich die Forschung einig, dass nicht nur zu viele Kohlenhydrate dem Körper von Diabetikern schaden, sondern auch zu viel Fett und Kalorien. Beides ist in den sogenannten Diabetikerprodukten reichlich enthalten, seien es nun spezielle Brotaufstriche, Marmeladen oder Süßwaren. Da der Fokus nicht mehr allein auf der Aufnahme von Kohlenhydraten liegt, ist auch die bisherige Maßeinheit für Diabetiker, die Broteinheiten (BE), als überholt an zusehen.

Wo Diät draufsteht, ist noch lange nicht Diät drin. Viele Verbraucher werden durch die Kennzeichnung in die Irre geleitet und meinen, von den Produkten mehr konsumieren zu können. Reformhäuser, Drogerien und Supermärkte führen eine Vielzahl spezieller Produkte für Diabetiker und sprechen damit einen großen Kundenkreis an. Schließlich haben allein in Deutschland sechs Millionen Menschen mit der Stoffwechselkrankheit zu kämpfen, beinahe täglich nimmt diese Zahl noch um tausend Betroffene zu. Da Diabetikerprodukte sich nicht günstig auf den Zustand der Betroffenen auswirken, soll mit dem Angebot dieser Produkte nun Schluss sein. Einmal abgesehen davon, dass die Deutsche Diabetes Gesellschaft sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung die Produkte als eher ungesund ansehen, weil sie zu viele Kalorien und Fett enthalten, sind sie darüber hinaus auch noch viel zu teuer.

Ein Angebot dieser Produkte wäre somit nicht mehr gerechtfertigt. Stattdessen sollten Diabetiker sich an allgemeine Ernährungsrichtlinien halten, zu denen viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte gehören. Mit Süßwaren, Fetten und Alkohol solle hingegen sparsam umgegangen werden. Weiterhin empfehlenswert sind Hülsenfrüchte, fettarme Milchprodukte und die Verwendung hochwertiger Öle anstelle von Butter beim Kochen. Alles Richtlinien, die auch für Gesunde gelten. Gesonderte Diätprodukte sind nicht notwendig.

Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind der Auslöser für eine komplette Änderung der deutschen Diätverordnung, nach der auch die Anforderungen, die bisher in Paragraph 12 an für Diabetiker geeignete Lebensmittel gestellt wurden, hinfällig sind. Aufgrund der großen Zahl der Betroffenen wird die Forschung weiter vorangetrieben und gefördert. Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung wurde im vergangenen Jahr vom Bundesforschungsministerium mit fünf Millionen Euro bezuschusst. Eine Bündelung sowie Erweiterung der Forschungsarbeiten wird in folgenden Forschungszentren vorgenommen: Universität Tübingen, Deutsches Diabeteszentrum Düsseldorf, Universitätsklinik Dresden, Helmholtz-Zentrum München, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam.




Tipp: Kein Strafzettel bei zugeschneiter Windschutzscheibe
08.02.Krankenkassen: Kein kostenloser Versicherungsschutz bei Auslandsreisen mehr
08.02.Finanztransaktionssteuer belastet die private Altersvorsorge negativ
07.02.Mit der Riester-Rente gegen die Rente mit 67 vorsorgen
Tipp: Beim Onlinebanking mit dem Smartphone ist Vorsicht geboten

06.02.Schlecker: Gutscheine baldmöglichst einlösen
27.01.Stiftung Warentest: Waschpulver besser als Flüssigwaschwaschmittel
27.01.Stiftung Warentest: Bei Online Flugbuchung oft versteckte Zusatzkosten
26.01.Mascara: Luxusmarken schlechter als preiswerte Produkte
26.01.Deutsche Bahn: Züge waren 2011 pünktlich wie nie