Aus AOK Berlin-Brandenburg und AOK Mecklenburg-Vorpommern wird AOK Nordost

  1. 01.09.2010 13:18
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Der Wettbewerbsdruck unter den Gesetzlichen Krankenkassen wächst. Zusätzlich wird für 2011 ein Milliardenloch in den Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erwartet. So versuchen immer mehr Krankenkassen, durch Fusionen rentabler zu werden. Erst zu Jahresbeginn hatten sich die Barmer und die GEK zusammengeschlossen. Nun steht zum 1.1.2011 eine weitere Fusion an: Die AOK Berlin-Brandenburg, die erst zum 1.1.2010 aus den Kassen AOK Berlin und AOK Brandenburg entstanden ist, wird sich mit der AOK Mecklenburg-Vorpommern zur AOK Nordost zusammenschließen. Der Hauptsitz soll voraussichtlich in Potsdam sein. Vorstandschef soll Frank Michalak werden.

Die 1,3 Millionen Mitglieder der AOK Berlin-Brandenburg und 475.000 Mitglieder der AOK Mecklenburg-Vorpommern werden dann zusammen in der Größenrangliste der Krankenkassen auf Rang 9 stehen. Zunächst müssen die Aufsichtsbehörden der betroffenen Länder die Fusion jedoch noch genehmigen.

Die Vorstände der beiden Kassen hoffen, durch die Fusion die Einführung von Zusatzbeiträgen vermeiden zu können, die bereits bei vielen Kassen zu Mitgliederabwanderungen geführt hat. Dies kann nach Worten Michalaks nur sichergestellt sein, wenn die Reduzierung der Kosten im Gesundheitssystem so eintreten, wie sie von der schwarz-gelben Bundesregierung zugesagt worden sind.

Das Netz der Geschäftsstellen soll mit 112 Standorten bestehen bleiben und somit auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter sichern. Weiterhin erhoffen sich die Vorstände durch den Zusammenschluss eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Vertragspartnern.

Seit der Gesundheitsreform im Jahr 2007 hat sich die Anzahl der Gesetzlichen Krankenversicherungen bereits von 230 auf 163 reduziert. Dies bereitet Branchenkennern jedoch Sorgen. Sie befürchten einen Kollaps des Gesundheitssystems. Es wurden bereits Vergleiche zum Bankwesen gezogen: Bei der drohenden Insolvenz einer sehr großen Krankenkasse müsste der Staat einspringen, denn das könnte nicht mehr von anderen Kassen aufgefangen werden. Fachleute wie z. B. Beispiel Rolf Stuppardt vom Bundesverband der Innungskassen vermutet sogar, dass dies das Ziel bei Fusionen der Krankenkassen ist: Eine Größe zu erreichen, um im Falle einer Insolvenz vom Staat abgefangen zu werden.




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