Immer mehr deutsche Berufstätige leiden unter Depressionen. Nach einer aktuellen Sonderauswertung des Gesundheitsreports der TK werden heute mehr als doppelt so viel Antidepressiva an Arbeitsnehmer verschrieben als noch vor zehn Jahren. Jeder Berufstätige erhielt statistisch gesehen 2009 Medikamente zur Behandlung von Depressionen für eine Dauer von 8 Tagen. Dies entspricht einer Steigerung um 113 Prozent gegenüber dem Jahr 2000.
Über dem Durchschnitt liegen Frauen mit 10,5 Tagesdosen gegenüber 6 Tagesdosen bei Männern. Bei letzteren ist der Zuwachs jedoch gravierender: Er erhöhte sich gegenüber 2000 um 132 Prozent.
Überraschend ist das Ergebnis, dass Bayern im Vergleich der Bundesländer mit durchschnittlich 9 Tagesdosen über dem Durchschnitt liegt. Überraschend insbesondere deshalb, so Wiebke Arbs, Verantwortliche der TK für den Gesundheitsreport, weil Bayern neben Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt die wenigsten Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen hat. In Sachsen-Anhalt passt dies wiederum zusammen: Dort wurden durchschnittlich 6 Tagesdosen Antidepressiva verordnet.