Wechsel zur Privaten Krankenkasse: Wartezeit soll auf ein Jahr reduziert werden

  1. 02.09.2010 11:36
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Sollte der neue Gesetzesentwurf der schwarz-gelben Bundesregierung verabschiedet werden, wird der Wechsel von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die Private Krankenversicherung (PKV) leichter. Nach dem Entwurf soll die Wartezeit für Arbeitnehmer von drei Jahren auf ein Jahr verkürzt werden. Musste bisher noch drei Jahre lang das Jahresbruttoeinkommen 49.950 Euro übersteigen, um einen Wechsel möglich zu machen, muss dieser Wert nur noch einmal erreicht werden. Arbeitnehmer, die 2010 also die Grenze überstiegen haben, können bereits ab 2011 in die PKV wechseln.

Da die GKV einen prozentualen Satz des Einkommens in Höhe von 14,9 Prozent in 2010 erhebt, der 2011 auf 15,5 Prozent steigen wird, die PKV jedoch eine feste Prämie unabhängig vom Einkommen erhebt, wird dieser Wechsel für Gutverdiener immer attraktiver. Auch die Leistungen der PKV ist in vielen Bereichen umfangreicher als in der GKV.

Überlegen sollten sich den Wechsel Familienväter und –Mütter. Deren Ehegatten und Kinder sind in der GKV kostenlos über die Familienversicherung mitversichert. Wechselt der Hauptverdiener in die PKV, löst sich dieser Familienverbund auf. Ist der Partner/die Partnerin selbst steuerpflichtig berufstätig, macht dies für diese Person nichts aus. Alle Personen jedoch, die kein eigenes Einkommen haben, müssen sich dann einzeln versichern. Dies kann also am Ende ziemlich teuer werden. Ein Vergleich und eine umfassende Beratung vor Abschluss einer neuen Versicherung ist also dringend angeraten.

Durch die verkürzte Wartezeit für einen Wechsel in die PKV, dass die eh schon angespannte finanzielle Lage der Gesetzlichen Kassen noch schlechter wird, wenn gerade die Gutverdiener in die PKV wechseln und deren hohe Beiträge wegfallen. Schließlich ist die GKV eine Solidargemeinschaft. Die GKV muss alle Personen aufnehmen, unabhängig vom Einkommen und Gesundheitszustand, während sich die PKV die Versicherten mit einem geringeren Gesundheitsrisiko heraussuchen kann.

Online-Rechner bieten Vergleiche der PKV an. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Wer seine kompletten Daten in das Formular eingibt, um den Vergleich per Post zu erhalten, muss damit rechnen, anschließend auch mit Angeboten der einzelnen Versicherungen bombardiert zu werden!




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