Sorge um erneute Rezession: Staatsanleihen werden von Anlegern bevorzugt

  1. 06.09.2010 08:45
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Staatsanleihen werden als sichere Anlagevarianten zunehmend von den Kapitalanlegern bevorzugt. Kaum klingen die Unsicherheiten durch die Verschuldung diverser Staaten in der Eurozone ab und spielen nur noch eine geringe Rolle an den Finanzmärkten, kommen neue Sorgen der Anleger auf. Viele befürchten, dass es für die Wirtschaft in den USA oder gar auf globaler Ebene zu einer erneuten Rezession kommt. Die Gerüchte um die mögliche Stagnation in der Erholung der US-Wirtschaft wurden durch die kürzlichen Meldungen der US-Notenbank zusätzlich geschürt. Mögliche erste Erhöhungen des Leitzinssatzes durch die US-Notenbank werden daher in nächster Zeit kaum erwartet, sondern bleiben weiter in nicht absehbarer Ferne.

Sowohl die EZB, als auch die US-Notenbank entscheiden sich noch nicht, die Leitzinsen zu erhöhen. Dies wird mit der Vermutung begründet, dass es für die Wirtschaft in Deutschland weiterhin aufwärts geht und auch für die USA derzeit kein definitiver Rückgang der Wirtschaft bevorstehe. Die Zinsen am Kapitalmarkt sollen demnach auf Jahressicht wieder angehoben werden. Dies berechtigt die Notenbanken zu ersten Schritten, um die stark expansive Geldpolitik zurückzuschrauben. Dennoch wird mit einer Erhöhung der Leitzinsen frühesten im Herbst 2011 gerechnet. Gemäßigte Inflationsraten sollen einen langsamen Ausstieg für die Notenbanken realisierbar machen.

Hypothekenkredite stehen derzeit mit extrem niedrigem Zinsniveau zur Verfügung, sodass der Traum vom eigenen Haus noch immer für viele in greifbare Nähe rückt. Die Hypothekenzinsen sind stark an den Renditen am Kapitalmarkt orientiert, daher befinden sich diese noch immer auf einem Rekordtiefstand. Sollte sich die Vermutung der auf Jahressicht steigenden Kapitalmarktzinsen bewahrheiten, werden auch die Zinsen für Baukredite wieder entsprechend ansteigen. Dennoch wird erwartet, dass sich die Zinsen eher auf geringem Niveau halten im Hinblick auf den historischen Vergleich der Zinssätze.

Das unsichere Umfeld der Wirtschaft und der Zinssituationen verstärkt die Bevorzugung der Staatsanleihen, die als sicher gelten. Dennoch kommt es bei der Rendite von Bundesanleihen über eine Laufzeit von 10 Jahren immer wieder zu neuen Rekordtiefs. Zuletzt betrug die Rendite für diese Variante der Kapitalanlagen sogar weniger als 2,2 Prozent. Die Erwartung, dass die aktuelle Wachstumsrate nicht auf Dauer erhalten bleibt, macht die Auswirkung sämtlicher starken Wachstumszahlen der ersten Jahreshälfte 2010 wieder zunichte. Für die zweite Jahreshälfte 2010 könnte es aufgrund der rückläufigen Nachfrage aus dem Ausland und der Tatsache, dass sich die Effekte aus den Konjunkturpaketen wieder legt, zu einem langsameren Wirtschaftswachstum in Deutschland kommen. Diese Faktoren zusammen mit dem aktuell schwachen Wirtschaftsdaten aus den USA dürften dafür sorgen, dass die Renditen am Kapitalmarkt kurzfristig auf niedrigem Niveau bleiben.




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