Bundesärztekammer: Krankenkassen widersprechen Ärztemangel

  1. 08.09.2010 10:32
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Nach Angaben des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung GKV deutet in Deutschland nichts auf einen möglichen Ärztemangel hin. Damit widersprechen die Krankenkassen dem von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aufgrund der neuesten Zahlen prognostizierten Mangel an Ärzten.

Am vergangenen Freitag, dem 3. September 2010 präsentierten die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung die neuen Zahlen aus der Ärztestatistik. Nach Angaben der beiden ärztlichen Organisationen wird ein Rückgang der Hausärzte innerhalb der kommenden 10 Jahre um 7.000 prognostiziert. Zudem gehen beide Organisationen davon aus, dass es auch im Bereich der Fachärzte zu Rückgängen kommt. Vor allem in den Kliniken und im Bereich der Augen-, Haut-, Nerven- und Frauenärzte soll in Zukunft ein Ärztemangel bestehen.

Der Ärztestatik zufolge kommt es bis 2020 im ambulanten Bereich zum altersbedingten Ausscheiden von 51.774 Ärzten. In dieser Zahl sind 23.768 Hausärzte eingerechnet. Dabei bestehen nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer auch starke regionale Differenzen. Demnach fehlten 2009 in Sachsen-Anhalt 133 Hausärzte und in Niedersachsen beispielsweise 219 Hausärzte. Mit etwa 20.000 Ärzten, die in den nächsten 10 Jahren altersbedingt ausscheiden, wird im stationären Bereich gerechnet. Bereits jetzt seien in den Krankenhäusern rund 5.000 Arztstellen nicht besetzt.

Der GKV Spitzenverband dagegen widerspricht diesen Prognosen der ärztlichen Organisationen, da keinerlei seriöse Hinweise auf diese Veränderungen hindeuten, wie der stellvertretender Vorsitzende des GKV Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, mitteilte. Die Krankenkassen vermuten, dass die Ärzte mit dieser Prognose versuchen, jährlich Honorarerhöhungen in Milliardenhöhe durchzusetzen. Allerdings räumt der GKV Spitzenverband ein, dass ohne entsprechende Steuerungsmaßnahmen im Bereich der Hausärzte in Zukunft tatsächlich Probleme auftreten könnten. In einigen Regionen besteht demnach bereits jetzt Bedarf an Hausärzten. Die Krankenkassen wollen daher durchsetzen, dass Ärzte sich in Zukunft nur noch in Gebieten niederlassen dürfen, in denen ein tatsächlicher Bedarf besteht.




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