Schwer arbeitende Menschen sind benachteiligt

  1. 13.09.2010 12:28
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Körperlich schwer arbeitende Beschäftigte sind in vielen Bereichen des Lebens benachteiligt. Es kommt zu häufigeren Krankheitsausfällen, Arbeitslosigkeit und einem früheren Renteneintritt. Daraus resultiert natürlich auch eine entsprechend niedriger ausfallende Rente, was die Lebensqualität insgesamt mindert. Betroffen ist laut der Studie jeder dritte Arbeitnehmer. Beschäftigte, die einer körperlich schweren Arbeit nachgehen, aber auch diejenigen, die am Arbeitsplatz großen seelischen Belastungen ausgesetzt sind, müssen oft früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Arbeitslosigkeit ist nicht selten, oft müssen die Betroffenen frühzeitig in den Ruhestand gehen.

Aufgrund der heutigen Arbeitsmarktsituation bestehen für die Betroffenen auch wenig Chancen, einen anderen Beruf zu ergreifen. Auch haben sich die Arbeitsbedingungen insgesamt verschlechtert, sodass ein Arbeitsplatzwechsel nicht unbedingt eine Verbesserung bringt. Wer körperlich hart arbeitet, kann in den wenigsten Fällen bis zum Erreichen des 65. Lebensjahres oder gar bis zum 67. Lebensjahr arbeiten.

Die Inifes-Forscher Falko Trischler und Prof. Dr. Ernst Kistler erstellten ihre Studie aufgrund von Lebensläufen über eine Dauer von 25 Jahren. Wer in den 80er Jahren schlechten Arbeitsbedingungen ausgesetzt war, war in 2001 ein guter Kandidat für das Frührentnerdasein. Insgesamt konnte bei den körperlich schwer arbeitenden Menschen ein Frührentner-Anteil von 58 Prozent ausgemacht werden. Arbeitnehmer, die nicht so schlechte Arbeitsbedingungen vorfanden, hatten nur einen Frührentner-Anteil von 38 Prozent.

Aber nicht nur die Frührente ist ein deutlicher Nachteil für schwer arbeitende Erwerbstätige. Wer körperlich stark gefordert ist, wird auch schneller arbeitslos. Laut Statistik wurde bis 2006 jeder dritte Arbeitnehmer arbeitslos, der 2001 einen körperlich anstrengenden Beruf nachging. Bei den Beschäftigten mit den besseren Arbeitsbedingungen war nur jeder Achte betroffen. Bei denjenigen, die körperlich schwer arbeiten, ist auch die Möglichkeit einer Langzeitarbeitslosigkeit deutlich höher als bei den übrigen Beschäftigten, insgesamt ungefähr dreimal.

Im Rahmen der Studie erforschten Kistler und Trischler auch die Informationen des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), für das einmal im Jahr dieselben Personen Angaben zu ihrer aktuellen Lebenssituation machen. Diesen Angaben zufolge sind diejenigen, die unter schlechten Arbeitsbedingungen beschäftigt sind, ein ganzes Leben lang benachteiligt. Oft sind das nämlich diejenigen, die wenige Qualifikationen aufweisen. Sie sind als Zeitarbeiter beschäftigt, arbeiten für Niedriglöhne und manchmal nur in Teilzeit. Aussichten auf eine Verbesserung dieser Situation haben die Wenigsten und so arbeiten sie unter den harten Bedingungen, bis die Frührente der letzte Ausweg ist.

Bei der Gruppe der körperlich schwer arbeitenden Erwerbstätigen wurde beobachtet, dass hier entweder häufige Berufswechsel stattfinden, die aber selten eine Verbesserung bringen, vor allem für die älteren Arbeitnehmer. Neben häufigen Berufswechseln kommt es häufiger zur Arbeitslosigkeit sowie zu anderen Formen der Nicht-Erwerbstätigkeit, letztendlich dann zur (Früh)-Rente. Wer oft arbeitslos ist und in Teilzeit beschäftigt ist, hat natürlich später auch schlechtere Aussichten, was die Alterssicherung angeht. Die Rentenansprüche fallen entsprechend niedriger aus.




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