Die Tricks in der Online-Kriminalität werden immer raffinierter. Die bisherigen Zahlen der Opfer belaufen sich auf rund 22 Millionen Virenopfer sowie etwa 6 Millionen, die von Handelspartnern betrogen wurden. Im Bereich Online-Banking gehen die Experten von einem zu erwartenden Schaden von rund 15 Millionen Euro aus. Um die Online-Kriminalität einzudämmen, geben das BKA und der BITKOM Tipps zur Vorbeugung.
BKA und BITKOM warnen derzeit vor einer weiteren Professionalisierung der Online-Kriminellen in den Betrugsmaschen, sodass Internet-Nutzer künftig vor neuen Varianten der Online-Kriminalität aufpassen müssen. Durch die raffiniertere Vorgehensweise der Online-Kriminellen wird es immer schwieriger, Schadprogramme zu erkennen. Häufig kommen die Angriffe mittlerweile über Anwendungsprogramme und nicht mehr nur über Lücken, die im Betriebssystem bestehen.
Immer häufiger fallen arglose private Nutzer den Online-Kriminellen zum Opfer, deren PCs von den Betrügern gekapert werden, um die Straftaten mit diesen PCs auszuüben. Für jeden Internet-Nutzer sollte eine aktuelle Sicherheitssoftware selbstverständlich sein, gleichzeitig bedarf es bei vielen noch an Aufklärung in der Bereitstellung persönlicher Daten im Netz. Zudem ist für eine erfolgreiche Strafverfolgung auch das Mitwirken der Internet-Nutzer wichtig.
Bei der Aufklärung der Straftaten in der Online-Kriminalität planen das BKA und der BITKOM eine enge Zusammenarbeit, um für ausreichend Aufklärung bei den Nutzern zu sorgen. Um den Informationsfluss zwischen Polizei und Wirtschaft zu intensivieren, sollen künftig in regelmäßigen Abständen Konsultationen zur IT-Kriminalität durch BKA und BITKOM erfolgen. Mit Initiativen wie "Deutschland sicher im Netz" sollen die Internet-Nutzer gegen Online-Kriminalität sensibilisiert werden. Die Kampagne "Watch Your Web" wird ebenfalls vom BITKOM unterstützt, um Jugendliche in der Angabe von privaten Daten im Netz aufzuklären.
Am häufigsten werden die Internet-Nutzer mit Viren und weiteren Schadprogrammen in der Online-Kriminalität konfrontiert. Eine Infizierung des Computers erlebten demnach bereits rund 22 Millionen Deutsche, was einem Anteil von 43 Prozent von den Internet-Nutzern ab 14 Jahren entspricht. Gemäß den Erhebungen von Forsa lag dieser Anteil im Vorjahr noch bei 38 Prozent. Dabei sind Schadprogramme meist nicht nur so konstruiert, dass die Rechner lahmgelegt werden, sondern zum Ausspionieren von digitalen Identitäten eingesetzt.
Einen Diebstahl der persönlichen Zugangsdaten zu Online-Diensten erlebten bereits 7 Prozent der Internet-Nutzer, was rund 3,5 Millionen Deutschen entspricht. Ziel der Online-Kriminellen sind dabei Benutzernamen und Codes für Online-Dienste, Foren, E-Mail-Konten und Communitys. Bei 5 Prozent der Nutzer führten Datendiebstähle oder Schadprogramme zu finanziellen Schäden. Einen Betrug durch Geschäftspartner im Internet beim Online-Shopping oder bei Online-Auktionen erlebten 11 Prozent der Nutzer.
Umfrageergebnissen von Forsa und BITKOM zufolge wurden 2 Prozent der Internet-Nutzer Opfer von Online-Kriminalität beim Online-Banking. Aktuell steigen die Zahlen deutlich an. 5.000 angezeigte Phishing-Fälle werden für 2010 von BKA und BITKOM erwartet, was einen Anstieg von etwa 71 Prozent bedeutet. Rund 12 Millionen Euro wurden insgesamt durch Online-Kriminelle von den Konten abgebucht, dabei ist die Dunkelziffer der nicht entdeckten und nicht gemeldeten Schadensfälle noch nicht berücksichtigt.
BKA und BITKOM raten den Internet-Nutzern zu gesundem Misstrauen und aktuellster Sicherheitsausstattung der Rechner, um gegen Online-Kriminalität gewappnet zu sein. Wer sämtliche Sicherheitsvorkehrungen trifft, kann das Online-Banking problemlos nutzen. Nach Angaben des BITKOM besteht in diesem Bereich deutlicher Aufklärungsbedarf, da bisher 28 Prozent der Nutzer das Online-Banking nicht nutzen aufgrund der Bedenken im Hinblick auf die Sicherheit.
Nach Angaben des BKA wird das Internet immer häufiger zum Werkzeug der Betrüger. Im Vergleich zu 2008 wurde 2009 ein Anstieg von 23 Prozent auf etwa 207.000 Fälle verzeichnet. Bei den Straftaten, die unter Nutzung des Internets oder gegen moderne Informations- und Kommunikationstechnik begangen wurden, war ein Anstieg um 33 Prozent auf etwa 50.000 Fälle zu verzeichnen.
Vom BKA werden immer mehr Tätergruppen beobachtet, die konspirativ und international agieren, um möglichst hohe Profite zu erzielen. Eine neue Variante ist dabei das Ausspionieren von Kreditkartendaten und Online-Banking-Daten, das durch neue Schadprogramme erfolgt. Doch nicht nur die PCs bieten Angriffsflächen für die Online-Kriminalität, zunehmend werden auch Angriffe auf Smartphones verzeichnet. Es existieren bereits Programme, die als Spiele-Applikationen getarnt sind und im Hintergrund SMS an teure Nummern verschicken. Die Täter selbst geraten dabei nur selten ins Visier der Ermittler, da sich die Online-Kriminellen meist gutgläubiger Menschen bedienen, die dann als Gehilfen missbraucht werden, um Gelder oder Waren ins Ausland transferieren und dafür eine Provision erhalten.