Seit April werden durch das Bundeskartellamt die Strompreise überprüft. Diesbezüglich erfolgt eine Auswertung der Marktdaten von 60 Stromerzeugern. Dabei werden sowohl die Kosten und der Produktionsumfang aus 2007 und 2008 unter die Lupe genommen, als auch das Agieren der Stromerzeuger im Hinblick auf die Angebote im Stromgroßhandel. Ebenfalls wertet das Bundeskartellamt dazu sämtliche Exporte und Importe von Strom aus.
Grund für die eingeleitete Untersuchung durch das Bundeskartellamt war der extreme Anstieg der Strompreise. Diese resultieren nach Ansicht des Bundeskartellamts nicht allein aus höheren Steuern und steigenden Brennstoffkosten. Gleichzeitig legt die Behörde dabei das Augenmerk auf den Verdacht, dass die Strommenge durch die Stromerzeuger missbräuchlich verknappt wurde. Die größten Stromerzeuger in Deutschland sind RWE, EnBW, E.ON und Vattenfall, diese nehmen insgesamt einen Marktanteil von über 80 Prozent ein.
Die Prüfungsergebnisse, die das Bundeskartellamt am deutschen Strommarkt ermittelt, sollen noch 2010 präsentiert werden. Erste Ergebnisse aus der Sektoruntersuchung wurden vom Bundeskartellamt bis zum Spätherbst angekündigt, wie Andreas Mundt, der Präsident des Kartellamts am Montag in München mitteilte.