Antibiotika zu oft und falsch verschrieben

  1. 14.09.2010 09:02
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Antibiotika, einst das "Wundermittel", kann heute oft nicht mehr richtig wirken. Denn es wird zu oft verschrieben; dadurch entstehen Resistenzen. Auch wird oft das falsche Antibiotikum verschrieben. Zu diesem Ergebnis kam der Infektionsspezialist Dr. Alexander Friedrich von der Universitätsklinik Münster nach einem Test für das ARD-Wirtschaftsmagazin "Plusminus".

Für diesen Test wurden gesunde Frauen zum Arzt geschickt. Die Ergebnisse waren erschreckend. Sechs von zehn Ärzten verschrieben diesen Frauen ein Antibiotikum gegen eine vermutete Blasenentzündung – auch, wenn die Urinprobe negativ war. Es wurden vereinzelt sogar Reserveantibiotika verschrieben, die nur verordnet werden dürfen, wenn andere Antibiotika nicht helfen.

Auch die Krankenkassen sind durch diesen Test alarmiert. Zu Beginn der Erkältungszeit warnt das wissenschaftliche Institut der AOK (Wido) vor zu schneller Verschreibung von Antibiotika. Viele Erkältungen basieren auf Viren, gegen die Antibiotika nichts ausrichten.

Experten wie Dr. Friedrich warnen davor, dass die zu häufige Gabe von Antibiotika lebensbedrohliche Resistenzen hervorrufen kann. Die Gesundheitspolitik sei nun gefordert, die Ärzte per Gesetz anzuhalten, mit Antibiotika richtig umzugehen, denn ansonsten würde dieses Medikament bald vom Markt verschwinden können.




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