Die Konzernspitze der Telekom kommt nicht zur Ruhe. Im Zuge der Ermittlungen wegen Bestechung bzw. Beihilfe zur Bestechung wurde nach Angaben der "Wirtschaftswoche" Ende August die Wohnung des Telekom-Chefs René Obermann von den Ermittlungsbehörden durchsucht. Obermann war vor fünf Jahren Chef von T-Mobile International. In dem Zusammenhang war er zuständig für die osteuropäischen Mobilfunk-Töchter. Bei der aktuellen Untersuchung geht es um eine Schmiergeld-Affäre bei der ungarischen Tochtergesellschaft Magyar Telekom in dieser Zeit.
Der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel bestätigte "Spiegel Online" auf Anfrage, dass neben Firmen auch die Privatwohnungen von Zeugen und Beschuldigten aufgrund eines Rechtshilfe-Ersuchens aus den USA durchsucht worden seien. Apostel gab weiter an, dass es sich um Ermittlungen gegen eine ausländische Tochtergesellschaft handle, nannte jedoch keine Namen von einzelnen Personen.
Weiterhin sorgen bei der Telekom die Veröffentlichung neuer Informationen zur Spitzel-Affäre für Unruhe. Im Jahr 2006 hatte die "Wirtschaftswoche" die Affäre aufgedeckt. Sie hatte berichtet, dass die Detektei Network Deutschland im Auftrag der Telekom eine geheime Top-10-Liste der gefährlichsten Journalisten aufgestellt hatte. Diese hatten besonders häufig interne Informationen der Telekom veröffentlicht.
Anschließend hatte die Telekom die fünf höchstrangigen Journalisten monatelang bespitzelt, indem Telefongespräche abgehört wurden, um festzustellen wie interne Informationen an die Öffentlichkeit gelangen konnten. Betroffen waren derzeit nicht nur Journalisten sondern auch Gewerkschafter und Aufsichtsräte der Telekom.