Die Einrichtung einer Verbraucherschutzbehörde zur verbraucherorientierten Überwachung der Finanzmärkte in Kooperation mit den Verbraucherverbänden fordert die Fraktion Die Linke im Bundestag. Als Marktwächter müssen nach Ansicht der Fraktion Die Linke die Verbraucherverbände rechtlich und finanziell gestärkt werden. Unter anderem könne dies mit kollektiven Klagerechten, Informationsrechten und Beschwerderechten umgesetzt werden. Bereits im März 2010 wurde ein ausführlicher Antrag zur Reform des finanziellen Verbraucherschutzes (BT-Drs. 17/887) von der Fraktion Die Linke gestellt.
Anlässlich des zweiten Jahrestags der Lehman-Bank-Pleite am Mittwoch erläuterte Caren Lay, die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, dass für die Finanzmärkte eine verbraucherorientierte Überwachung notwendig ist. Hierzu lautet die Forderung der Fraktion die Verankerung des Verbraucherschutzes in der Finanzaufsicht und die Einrichtung einer Verbraucherschutzbehörde zur Überwachung der Finanzmärkte im Hinblick auf den Schutz und die Interessen der Verbraucher.
Weiter erläutert Caren Lay, dass zwei Jahre nach der Lehman-Pleite seitens der Bundesregierung noch immer keinerlei Pläne zur Reform der Finanzaufsicht bestehen. Diese Reform sei jedoch im Interesse und zum Schutz der Verbraucher absolut notwendig und schon lange überfällig. Im Gegenteil sei von der Bundesregierung sogar die Vereinbarung gemäß Koalitionsvertrag, den Grauen Kapitalmarkt der Finanzaufsicht zu unterstellen, in der letzten Woche verworfen worden.
Seitens der Bundesregierung folgen keine Handlungen, auch die Ankündigungen von Verbraucherministerin Aigner bleiben folgenlos. Dabei werden die Missstände des Verbraucherschutzes im Bereich der Finanzmärkte immer deutlicher. Mangelhafte Beratungsprotokolle, schlechte und sogar miserable Beratungen durch die Bank, Kreditvermittlungsbetrug, versteckte Kosten in enormer Höhe bei Riester-Renten sind nur einige der Verbraucherfallen, die immer wieder offensichtlich werden.
Die Verbraucher sind die Leidtragenden der Missstände im Verbraucherschutz an den Finanzmärkten und somit der noch immer überfälligen Reform der Finanzaufsicht. Mit den Lehman-Zertifikaten wollten beispielsweise viele Menschen mit niedrigem Einkommen für die Rente sparen. Das Sicherheitsbedürfnis der Verbraucher wurde bei dem Verkauf der Lehman-Zertifikate nicht beachtet, den Leidtragenden Verbrauchern wurde komplett verschwiegen, dass bei dieser Geldanlage das Risiko eines Totalverlustes bestehen kann.