Internetkriminalität: Experten befürchten drastischen Anstieg

  1. 21.09.2010 10:32
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Internationale Experten sind sich einig, dass die Internetkriminalität heute zu den gefährlichsten Bedrohungen zählt und noch weiter drastisch zunehmen wird. Selbst die persönlichen Daten des Generalsekretärs der Interpol, Ronald Noble, seien bereits Internetkriminellen zum Opfer gefallen und gestohlen worden. Dies teilte er im Rahmen eines Treffens von 300 der besten Ermittler in Hongkong mit. Wie der Interpol-Generalsekretär erklärt, wurden seine Daten gestohlen, um an Daten der Interpol über Schwerstkriminelle auf der Flucht zu kommen.

Dabei befürchten die Experten unter anderem, dass sich Terroristen die Internetkriminalität zu Nutze machen könnten, um beispielsweise ganze Stromnetze lahmzulegen oder einen konkreten Angriff auf das Bankensystem zu planen. Dass dies noch nicht geschehen ist, könnte nach Ansicht von Ronald Noble bisher daran liegen, dass ein anonymer Absturz der Systeme der Banken bei weitem keinen solchen Medienrummel verursachen würde als materielle Zerstörungen mit offensichtlichen Folgen.

Von Symantec, einem Unternehmen im Bereich Internetsicherheit, wurde im Hinblick auf die Tagung der Spitzenermittler in einem Bericht veröffentlicht, dass auf globaler Ebene rund zwei Drittel der Internetnutzer bereits einer Straftat im Rahmen der Internetkriminalität zum Opfer gefallen. Die Studie stützt sich auf eine Umfrage bei 7.000 Internetnutzern und ergab zudem, dass Betrugsfälle via Internet nicht einmal von der Hälfte der Betroffenen bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden. Des Weiteren vermuten rund 80 % der Befragten, dass die Täter nie gefasst werden.

McAffee, ein Unternehmen, das mit Symantec im Bereich Internetsicherheit konkurriert, geht von einem Schaden in Höhe von etwa 105 Milliarden US-Dollar, also umgerechnet rund 80 Milliarden Euro, aus, der durch Internetkriminalität jährlich verursacht wird. Nach Prognosen von Polizisten in den USA liegt der mögliche Verdienst der Internetkriminellen bei rund 23.000 US-Dollar liegt. Dies entspricht umgerechnet etwa 17.000 Euro.

Eine leitende Mitarbeiterin von Symantec erwähnte, dass die Internetkriminellen längst nicht mehr unter den Gymnasiasten angesiedelt sind, die E-Mails von zuhause verschicken. Vielmehr sieht sie in der Internetkriminalität organisierte Kriminelle. Die Organisationen konzentrieren sich demnach auf kleine Betrugsfälle, bei denen 20 Dollar von 20 oder 30 Internetnutzern gestohlen werden. Danach verschwinden die organisierten Internetkriminellen wieder von der Bildfläche. Persönliche Daten, wie beispielsweise die Nummern von Kreditkarten, die auf den PCs der Internetnutzer ausspioniert werden. Informationen über Kreditkartendaten seien auf dem Schwarzmarkt zwischen 5 und 20 US-Dollar wert.




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