Gesundheitsreform: Verbraucherschützer sehen Einsparpotenzial von 15 Milliarden Euro

  1. 24.09.2010 10:21
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Die neue Gesundheitsreform von Gesundheitsminister Philipp Rösler ist seit dem 22.09.2010 rechtskräftig und schon wieder hagelt es Kritik, diesmal von den Verbraucherschützern. Deren Meinung nach sind mal wieder Arme, Alte und chronisch Kranke die Verlierer der Reform. Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen Gerd Billen moniert mangelndes Selbstbewusstsein von Seiten der Regierung, denn hätte diese den Hebel bei den Kosten für Ärzte, Medikamente und Krankenhäuser angesetzt, ließen sich nach Berechnungen der Verbraucherschützer locker 15 Milliarden Euro einsparen (und das ist bei 160 Milliarden Gesamtumsatz pro Jahr eine ganze Menge), was wiederum den Versicherten zu Gute käme, da diese niedrigere Beiträge zahlen müssten.

So jedoch wird wieder einmal bei den Versicherten abkassiert, denn neben kommenden Beitragserhöhungen steht es jeder Kasse auch frei, von ihren Mitgliedern Zusatzbeiträge zu erheben. Einzig die privat Versicherten kommen davon, da diese mit der Solidarfinanzierung des Gesundheitssystems nichts am Hut haben. Laut den Verbraucherschützern findet kein oder nur ein ungenügender Ausgleich zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten sowie zwischen den Generationen statt, von dem Ausgleich zwischen privat und gesetzlich Versicherten ganz zu schweigen. Mit der aktuellen Gesundheitsreform stehen mal wieder junge und gesunde Versicherte als Gewinner da.

Eine wirkliche Gesundheitsreform von Seiten der Bundesregierung hätte laut Billen dann stattgefunden, wenn diese bei den Apotheken und der Pharmaindustrie abkassiert hätten. Diese verdienen nämlich am Gesundheitssystem mehr als gut. Durch den fehlenden Mut der Bundesregierung, hier den Hebel anzusetzen, geht nach Ansicht der Verbraucherschützer ein Einsparpotenzial zwischen 10 und 15 Milliarden Euro verloren.




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