Am Flughafen in Hamburg findet heute der erste Test der Körperscanner statt. Die Passagiere können an dem Test derzeit freiwillig teilnehmen und entscheiden, ob sie eine normale Kontrolle wie bisher bevorzugen. Im Test, der über eine Dauer von 6 Monaten laufen soll, befinden sich zwei Geräte. Die Körperscanner wirken wie Zylinder aus Glas. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgt durch Bundesinnenminister Thomas de Maizìère.
Die Körperscanner sollen in der Lage sein, Waffen oder Sprengstoff festzustellen, falls Passagiere diese am Körper verborgen tragen sollten. An den Flughäfen in Großbritannien und in den Niederlanden werden die Körperscanner bereits regulär eingesetzt.
Die Körperscanner waren bereits an der Bundespolizeiführungsakademie in Lübeck unter Laborbedingungen getestet worden. Um den Test in der Praxis durchführen zu können, fiel die Entscheidung auf den nahe gelegenen Flughafen in Hamburg. Der Flughafen Hamburg ist mit einer Passagierzahl von rund 12 Millionen Passagieren 2009 der fünftgrößte Flughafen in der Bundesrepublik.
Hitzige Diskussionen waren bereits 2008 entstanden, als bekannt wurde, dass ein Vorstoß der EU-Kommission in diese Richtung geplant ist. Der Bundesinnenminister hatte mehrmals darauf hingewiesen, dass dabei keine echten Körperbilder zu sehen sein werden.
Michael Eggenschwiler, der Chef des Flughafens Hamburg legt großen Wert auf Transparenz in der Testphase der Körperscanner. Im Testzeitraum sollen die Passagiere und das Flughafen-Sicherheitspersonal befragt werden. Im Test stehen die betrieblichen Abläufe im Einsatz der Körperscanner im Vordergrund. Daneben wird auch die Bequemlichkeit für die Reisenden hinterfragt. Gleichzeitig wird die Schnelligkeit der Passagierkontrollen und die Auswirkungen der Körperscanner auf den Zeitaufwand getestet.
Für den Flughafen-Chef ist es wichtig, dass für die Kontrollen kein allzu großer Mehraufwand in der Zeit anfällt. Durch die Körperscanner fallen die Kontrollen mit der Abtastung des gesamten Körpers der Passagiere weg. Somit fallen die Kontrollabläufe sowohl für die Passagiere, als auch für das Sicherheitspersonal angenehmer aus.
Andererseits bringt der Chef des Flughafens Hamburg auch Verständnis für das Misstrauen der Passagiere gegenüber den Körperscannern aus. Für die bundesweite Einführung der Körperscanner ist die Akzeptanz bei den Passagieren ebenso relevant wie die zuverlässige Funktionsfähigkeit der Körperscanner.