Erwerbstätige arbeiten oft länger als 38,5 Stunden in der Woche

  1. 30.09.2010 08:20
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Eine Arbeitswoche mit 40 oder weniger Arbeitsstunden gibt es für einen Teil der deutschen Erwerbstätigen nicht, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Veröffentlichung des Indikatorenberichts "Qualität der Arbeit - Geld verdienen und was sonst noch zählt" mitteilt. Demnach haben im Jahr 2009 etwa zehn Prozent der Erwerbstätigen 48 Stunden und mehr in der Woche gearbeitet.

Von den 3,8 Millionen Erwerbstätigen, die eine wöchentliche Arbeitszeit von mehr als 48 Stunden angaben, haben sogar 1,7 Millionen 60 oder mehr Stunden in der Woche gearbeitet. Von überlangen wöchentlichen Arbeitszeiten sind 47,4 Prozent der Selbstständigen betroffen, aber nur 5,3 Prozent der Arbeitnehmer. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Voll- und Teilzeit-Erwerbstätigen in 2009 betrug 35,8 Stunden.

Von den überlangen Arbeitszeiten sind insbesondere Führungskräfte betroffen, von denen 38,5 Prozent mehr als 48 und 20 Prozent 60 Stunden und mehr arbeiteten. Außerdem haben 32,6 der Landwirte und 17 Prozent der Angehörigen akademischer Berufe mehr als 48 Stunden wöchentlich gearbeitet. Dagegen sind nur 2,7 Prozent der Hilfsarbeitskräfte und 3,1 Prozent der Bürokräfte und kaufmännischen Angestellten von wöchentlichen Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden betroffen.

Männer sind mit 14,8 Prozent häufiger von überlangen Arbeitszeiten betroffen als Frauen, deren Anteil bei 4,2 Prozent liegt. Kann man dies noch darauf zurückführen, dass Männer häufiger in Führungspositionen vertreten sind, zeigt auch der direkte Vergleich von männlichen Führungskräften (44,2 Prozent) und weiblichen Führungskräften (25,1 Prozent), dass es hier Unterschiede gibt.

In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen arbeiten 12,6 Prozent mehr als 48 Stunden, dagegen sind es nur 1,8 Prozent der 15- bis 24-Jährigen. 11,8 Prozent der Erwerbstätigen über 34 arbeiten mehr als 48 Stunden. Diese Verteilung ist darauf zurückzuführen, dass in den älteren Altersgruppen mehr Führungskräfte zu finden sind.

Der vollständige Bericht ist im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes unter „Qualität der Arbeit– Geld verdienen und was sonst noch zählt" nachzulesen.




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