Die Pläne der Bundeskanzlerin, Mieter stärker an den Kosten für Investitionen in die Dämmung von Häusern zu beteiligen, stößt beim Deutschen Mieterbund (DMB) auf Widerstand. Für den Präsidenten des DMB Dr. Franz-Georg Rips sind die Pläne der Kanzlerin nicht nachvollziehbar und nicht zu Ende gedacht. Das Argument Merkels, dass der Mieter durch die Investition ja Heizkosten sparen würde, stehe in keiner Relation zu der möglichen Erhöhung des Mietpreises.
Schon jetzt könnten Vermieter 11 Prozent der Kosten für energetischen Modernisierungen auf die Jahresmiete aufschlagen. Dies würde z. B. bei einer Investition in Höhe von 20.000 Euro eine Verteuerung der Monatsmiete um 180 bedeuten. Dahingegen machen die Heizkosten einer 70 Quadratmeter großen Wohnung monatlich etwa 80 Euro aus.
Rips fordert daher, Mieterhöhungen künftig durch mögliche Heizkostenersparnisse zu begrenzen. Schon jetzt machten Mieten 30 bis 40 Prozent des monatlichen Einkommens eines Mieters aus. Statt die Mieter zusätzlich zu belasten, sollte die Regierung über Entlastungen nachdenken.
Nach Ansicht des DMB sei die energetische Sanierung von Häusern eine Gemeinschaftsaufgabe der Eigentümer, Mieter und des Staates. Durch energetische Sanierungen würde der Wert der Immobilie steigen, wovon nur der Vermieter bzw. der Bewohner eines Eigenheims profitiere. Vom Klimaschutz, dem die Sanierung der Gebäude dient, profitierten alle. Die Regierung sollte daher die öffentliche Förderung wie das CO2-Gebäudesanierungsprogramm drastisch erhöhen.
Rips hält neue oder zusätzliche Mieterhöhungsmöglichkeiten für falsch und auf vielen Wohnungsmärkten nicht für durchführbar. Die Kanzlerin müsse Stärke zeigen und richtige Entscheidungen treffen.