Ein Viertel der etwa 2 Millionen Studenten in Deutschland erhält eine Bafög-Förderung. Der durchschnittliche Bafög-Satz liegt derzeit bei rund 430 Euro. 550.000 der 870.000 Studenten, die in 2009 Bafög bekamen, waren Hochschulabsolventen. Nachdem die Bafög-Sätze in den 90er Jahren kaum angehoben wurden, konnte ein deutlicher Rückgang der Studentenzahlen beobachtet werden. Nachdem ab 2001 regelmäßige BAföG-Erhöhungen stattfanden, stieg die Zahl wieder an.
Heute liegt die Zahl der Studenten bei dem Wert von 1991. Auch in diesem Jahr haben sich Bund und Länder zu einer Anhebung der BAföG-Sätze entschlossen. Die Erhöhung von zwei Prozent soll rückwirkend zum 01. Oktober 2010 umgesetzt werden. Der Höchstsatz beträgt dadurch 670 Euro monatlich gegenüber vorher 648 Euro. Der Höchstsatz wurde angehoben, weil bei der Kranken- und Pflegeversicherung die Zuschüsse ebenfalls angehoben wurden. Studenten erhalten ab Oktober diesen Jahres durchschnittlich 13 Euro mehr Förderung.
Naben einer Erhöhung des BAföG sollen auch die Freibeträge angehoben werden, wodurch mehr Studenten eine Chance bekommen sollen. Die Höhe des Einkommens, von dem die Förderung abhängig gemacht wird, soll um drei Prozent angehoben werden. Alleinerziehende dürfen damit 1.070 Euro netto im Monat verdienen, damit ihr Kind die volle Förderung erhält, bei Verheirateten liegt der Freibetrag bei 1.605 Euro monatlich. Das Bildungsministerium geht davon aus, dass sich die Zahl der Studenten, die zusätzlich in den Genuss des BAföG kommen, irgendwo zwischen 50.000 und 60.000 bewegen wird.
Ebenfalls neu: Bei einem Masterstudium wird die Altersgrenze von bisher 30 Jahren auf 35 Jahre aufgestockt. Zeiten der Kinderbetreuung sollen dabei mehr Berücksichtigung finden. Im Gegenzug soll es aber keine Teilerlasse mehr für Studenten geben, die ihr Studium im Eiltempo und mit besonders gutem Durchschnitt abschließen. Künftig müssen alle Studenten bis zu einem Höchstsatz von 10.000 Euro das Darlehen nach dem Studium zurückzahlen. Durch die Erhöhung des BAföG werden Bund und Länder mit 360 Millionen Euro Mehrkosten belastet.