Obwohl sich die Wirtschaft auf dem Weg der Erholung von der Krise befindet, sprechen sich Wirtschaftsexperten gegen deutlich steigende Löhne aus. Aufgrund des Aufschwungs hatte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle angeregt, dass nun auch deutliche Steigerungen der Löhne und Gehälter folgen sollten.
Martin Wansleben, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages erklärt dagegen, dass nun der Nachholbedarf an Investitionen Priorität vor eventuellen Lohnerhöhungen haben sollten. Während der Wirtschaftskrise waren weder die notwendige Liquidität noch ein angemessener Spielraum für Investitionen geblieben. Nach Angaben von Martin Wansleben sei die finanzielle Ausblutung in den Unternehmen infolge der Krise noch immer spürbar. Aufgrund der notwendigen Investitionen bleibt der Wirtschaft demnach kein Freiraum mehr für Lohn- oder Gehaltserhöhungen.
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages geht jedoch von einer weiteren einer Fortsetzung des Aufschwungs aus und prognostiziert für 2011 ein Wirtschaftswachstum von etwa 2,4 %. Die Herbstprognose der Bundesregierung für 2011 liegt dagegen mit einem voraussichtlichen Wirtschaftswachstum von etwa 1,8 % auf einem weitaus weniger optimistischen Niveau.