Peter Weigl, Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden (Destatis) stellte im Rahmen einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2008 zur finanziellen Situation und dem Konsumverhalten der Privathaushalte vor. Hierzu werden in einem 5-Jahres-Turnus deutsche Privathaushalte zu ihren Einnahmen und Ausgaben, zur Ausstattung mit Gebrauchsgütern, zur Vermögensbildung sowie zur Wohnsituation befragt.
EVS belegt deutliche Differenzen bei unterschiedlichen Haushaltsmodellen
Pro-Kopf stand demnach einem Single-Haushalt mit 1.726 € Durchschnittsnettoeinkommen der höchste Betrag pro Monat zur Verfügung. Paare mit Kinder konnten mit 1.103 € monatlich kalkulieren, Alleinerziehenden mussten mit 845 € im Monat weniger auskommen. Dadurch ergab sich bei diesem Haushaltstypus der geringste Spielraum für Rücklagen und Sparmöglichkeiten. Dessen ungeachtet sparten sich in etwa 89 € pro Monat, lagen jedoch damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, der ca. 312 € pro Monat zur Seite legen konnte.
Einkommensschere zwischen Ost und West geht wieder auseinander - 75 % des Westniveaus erreicht, 2003 waren es schon einmal 77,5 %
Das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden stellt fest, dass die Einkommensschere zwischen Ost und West wieder ein wenig auseinander geht. Noch 1993 lag das Nettoeinkommen der Ost-Haushalte 31,7 % unter dem der Haushalte im ehemaligen Bundesgebiet. Während der Osten 2003 im Hinblick auf das Nettoeinkommen 77,5 % des Westniveaus erreichte, erhöhten sich in den Jahren 2003 bis 2008 lediglich die westlichen Einkommen um 3,3 %. 2008 liegt nun der Osten im Durchschnitt bei 75 % des Nettoeinkommens, den ein westlicher Haushalt verdient. Monetär ausgedrückt bedeutet dies für 2008 ein Durchschnittsnettoeinkommen in Deutschland in Höhe von 2.914 €. Das bedeutet, dass der durchschnittliche Ost-Haushalte monatlich über 2.292 € verfügt, hingegen der durchschnittlichen West-Haushalt mit 3.056 € über exakt 764 € mehr.