Seniorengerechte Wohungen offensichtlich Mangelware in Deutschland

  1. 06.01.2011 15:34
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Es ist zwingend erforderlich, dass sich der Deutsche Wohnungsbau grundlegend umstellt. In den nächsten 10 Jahren wird sich die Zahl der Bevölkerung, die über 80 Jahre alt ist, um ein vielfältiges erhöhen. Laut des Statistischen Bundesamts wird von ca. 40 Prozent mehr gesprochen, was bedeutet, dass es im Jahre 2020 voraussichtlich mehr als fünf Millionen Menschen jenseits der Altersgrenze 80 geben wird. Laut der Prognose des Pestel-Insituts eine Ansteigung der Pflegebedürftigen auf rund 2,9 Millionen.

Was bedeutet das für unseren derzeitigen Wohnungsmarkt? Er ist keinesfalls gewappnet, so der Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB) Lukas Siebenkotten. Aufgrund fehlender baulicher Maßnahmen werden über eine halbe Million ältere Menschen zu Pflegefällen außerhalb ihrer eigenen vier Wände werden. Laut Mieterschutzbund ist der Deutsche Wohnungsmarkt bislang auf diesen Wachstumsschub nicht vorbereitet und müsste sich massiv um den Umbau vieler Wohnungen kümmern. Gemeinsam mit der IG Bauen-Agrar-Umwelt und Verbänden der Bau- und Immobilienwirtschaft fordert der Mieterschutzbund in der Kampagne "Impulse für den Wohnungsbau" den erhöhten Bau altersgerechter Wohnungen, um so den Menschen eine häusliche Pflege zu ermöglichen. Die Zeit drängt jedoch, da jetzt mit dem Umbau beginnen werden muss, um im Jahre 2020 die Wohnungen entsprechend nutzen zu können.

Der Zusammenschluss des Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau (DGfM), der Deutsche Mieterbund (DMB), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) fordert mit der Kampagne "Impulse für den Wohnungsbau" konsequente steuerliche Anreize festzulegen sowie spürbare Förderungen für den altersgerechten Wohnungsbau zu schaffen.

Weiter sagt der Direktor des Deutschen Mieterschutzbundes, dass jetzt die Wohnungsbaupolitik von Bund und Ländern gefordert ist. Diese müssen darüber entscheiden, ob die älteren Menschen in ihren eigenen Wohnungen bleiben dürfen, ihr gewohntes soziales Umfeld behalten dürfen und die vielleicht letzten Jahre ihres Lebens mit ihren Liebsten verbringen dürfen. Schafft es ein Land wie Deutschland, seine Politik so sozial zu verändern? Das fragt sich auch IG Bau-Chef Klaus Wiesehügel.

Hinzu kommt, dass keiner von dem erheblichen Mehraufwand der Pflegekosten spricht. Allein bei dem rasanten Wachstum der älteren Bevölkerung – und hier redet das Pestel-Institut davon, dass von den im Jahre 2020 zusätzlichen 510.000 Pflegebedürftigen knapp die Hälfte in Pflegeheimen untergebracht werden müssen - benötigen wir bei einer stationären Pflege derselben knapp 4,5 Milliarden Euro Kosten pro Jahr mehr. Diese könnte man um ein vielfältiges reduzieren, wenn im großen Stil und großer Anzahl seniorengerechter Wohnraum zur Verfügung gestellt werden würde und die Menschen durch die ambulante Pflege betreut werden. Doch der Weg bis dahin ist noch lange nicht geebnet und erfordert ein heutiges Handeln und heutiges Tun und vorbereiten.





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