Steuerentlastung für Bürger von insgesamt 590 Mio. Euro geplant

  1. 24.01.2011 12:22
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Die geplanten Steuerentlastungen sollen bereits 2011 Auswirkungen zeigen, sodass die Bürger noch dieses Jahr davon profitieren können. Immerhin sind jährliche Steuerentlastungen in einem Umfang von insgesamt rund 590 Millionen Euro geplant.

Maßnahmenpaket zur Steuervereinfachung
Bereits im Dezember 2010 wurde von der Regierung ein Maßnahmenpaket zur Steuervereinfachung erarbeitet, das die Bürger und Bürgerinnen in Deutschland um rund 590 Millionen Euro pro Jahr entlasten soll. Durch die Reduzierung der Bürokratie sollen zudem Einsparungen von jährlich rund 4 Milliarden Euro für Unternehmen resultieren.

Einige der Maßnahmen, die am 9. Dezember 2010 vom Koalitionsausschuss beschlossen worden waren und spätestens zum 1. Januar 2012 Gültigkeit erlangen sollen, können rückwirkend zum 1. Januar 2011 wirksam werden. Vor allem der Arbeitnehmerpauschbetrag und Maßnahmen, die sich neutral auf die Kosten auswirken, können sich noch dieses Jahr entlastend für die Bürger auswirken.

Umfassendes Maßnahmenpaket zur Steuerentlastung
- Noch in diesem Jahr wird der Arbeitnehmerpauschbetrag von 920 auf 1.000 € angehoben. Die Arbeitnehmer sollen den Steuervorteil von bis zu 36 € jährlich mit der Dezemberabrechnung erhalten. Dadurch sparen sich viele Steuerpflichtige das lästige Sammeln von Belegen. Zusätzlich sollen die Arbeitnehmer eine finanzielle Entlastung von insgesamt rund 330 Millionen Euro erhalten.

- Bei wechselnder Nutzung von eigenem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln für Fahrten zur Arbeit ist kein täglicher Nachweis mehr notwendig. Künftig genügt der Nachweis für das gesamte Jahr.

- Kinderbetreuungskosten können künftig einfacher geltend gemacht werden. Der Unterschied zwischen privat und beruflich bedingten Kosten fällt weg, sodass der Steuervorteil für mehr Familien mit Kindern greift. Die Entlastung soll insgesamt rund 60 Millionen betragen.

- Die momentane Einkommensüberprüfung bei volljährigen Kindern im Hinblick auf Kinderfreibeträge und Kindergeld entfällt, sodass die Bürokratie reduziert wird. Familien mit geringem Einkommen können künftig auch weiterhin Kindergeld beziehen, wenn der Hinzuverdienst des Kindes über 8.004 € pro Jahr liegt. Für Familien mit Kindern resultieren dadurch Entlastungen in Höhe von rund 200 Millionen Euro.

- Bürger, die nicht unternehmerisch tätig sind, können in Zukunft die Einkommensteuererklärungen jährlich oder alle zwei Jahre beim Finanzamt einreichen. Dies zweijährige Abgabe ist besonders für Steuerpflichtige von Vorteil, die über mehrere Jahre gleiche steuerrelevante Einkünfte haben. Steuerpflichtige, die mit Steuererstattungen rechnen, können die Einkommensteuererklärung auch weiterhin jährlich beim Finanzamt einreichen.

- Eine im Voraus ausgefüllte Steuererklärung wird künftig für Rentner zur Verfügung stehen, die außer der Rente keine weiteren Einkünfte haben. Im Normalfall können die Rentner das Formular ohne Änderung beim Finanzamt abgeben.

- Durch eine vorgefertigtes Steuerformular soll eine Vereinfachung der Steuererklärung erreicht werden. Daten, die bei der Finanzverwaltung bereits vorhanden sind, werden dann automatisch in den entsprechenden Felder der Einkommensteuererklärung eingefügt. Dazu sollen möglichst für alle Steuerphasen elektronische Verfahren angeboten werden.

Einfachere Handhabung der Steuererklärung
Wie aus dem Umfang des Maßnahmenpakets bereits ersichtlich ist, werden die Bürger nicht nur finanziell bei der Steuer entlastet, sondern auch im bürokratischen Aufwand. Durch einen geringeren Aufwand beim Ausfüllen der Steuererklärungen soll die Motivation und Leistungsbereitschaft der Bürger und Bürgerinnen gesteigert werden, die durch ein niedriges und gerechtes Steuersystem noch zusätzlich gefördert werden soll.

Durch zahlreiche Regelungen soll zudem die Kommunikation mit den Finanzämtern vereinfacht werden, wodurch der bürokratische Aufwand für Unternehmen deutlich reduziert werden kann.

Bundeshaushalt erst 2012 durch Steuerentlastungen belastet
Die geplanten Steuerentlastungen, die bereit 2011 greifen, sollen den Bundeshaushalt erst 2012 belasten. Angaben der Bundeskanzlerin zufolge, war von vornherein klar, dass die Steuerentlastungen die Bürger tatsächlich erreichen sollen. Mit dem Maßnahmenpaket sollte damit nicht eine Entlastung der Steuerbehörden erzielt werden, sondern eine reelle Entlastung für die Steuerzahler.




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