Anlageberatung von Verbraucherzentralen wird stark kritisiert

  1. 27.01.2011 12:23
  2. Geldanlagen
  3. Tarifeverzeichnis

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen – so könnte man die laut gewordene Kritik um die Kompetenzen der Verbraucherzentralen zusammenfassen.

Gleicher Standard für alle

Die Verbraucherzentralen Deutschlands sind dafür bekannt, mit Kritik nicht gerade zurückhaltend zu sein. So haben sie in den vergangenen Jahren immer wieder angeprangert, dass Banken nicht vernünftig beraten, keine ausreichenden Beratungsprotokolle schreiben und überzogene Gebühren fordern. Nun wendet sich das Blatt und Kritik wird laut, dass die Verbraucherzentralen die hohen Standards, die sie von anderen fordern, selbst nicht einhalten.

IMWF: Nur wenige Beratungen gut

Bereits vor 2 Jahren hatte das IMWF (Institut für Management- und Wirtschaftsforschung Testkäufer in 5 verschiedene Verbraucherzentralen entsandt. Fazit des IMWF: "Nur wenige Verbraucherzentralen schaffen es, eine sehr gute und kompetente Beratung anzubieten, in der alle relevanten Daten aufgenommen, individuelle Berechnungen erstellt und hilfreiche Unterlagen ausgehändigt werden".

Volksbank schickte Testkäuferin

Die Verbraucherzentrale München wurde kürzlich von einer Testkäuferin aufgesucht. Die Dame war Angestellte einer bayerischen Volksbank und sollte für diese eine kostenpflichtige Anlageberatung in Anspruch nehmen. Für 90 Euro erhielt sie ein Beratungsgespräch von 90 Minuten, welches jedoch nicht zu ihrer Zufriedenheit ablief. Der Berater der Verbraucherzentrale hatte wichtige Aspekte in seiner Empfehlung nicht berücksichtigt. So fanden zum Beispiel der von der Bankangestellten bereits ausgefüllte Analysebogen bezüglich ihrer Vermögenslage und die angestrebten Anlageziele keinerlei Beachtung, auch wurde kein Beratungsprotokoll angefertigt.

Verbraucherzentralen wehren sich gegen Vorwürfe

Banken beklagen, bei den Verbraucherzentralen bestünde ein Interessenskonflikt, da sie auf der einen Seite beraten, andererseits aber auch die Beratungsqualität anderer beurteilen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen kontert und betont, man würde auf Empfehlungen bestimmter Produkte verzichten und grundsätzlich auf Rankings des eigenen Hauses oder der Stiftung Warentest zurückgreifen. Die Untersuchung des IMWF konnte dies nicht in allen Fällen bestätigen.




Tipp: Vorsorgevollmacht – Verfügungen für den Notfall
24.05.EC- oder Kreditkarte sicherer als Bargeld
24.05.Heizspiegel 2012: Energiekosten trotz milder Winter gestiegen
24.05.Steuerhinterziehung wird schärfer verfolgt und bestraft
24.05.Anzahl unzufriedener Bankkunden erreicht neuen Höhepunkt

15.05.Facebook Börsengang: Weniger Interesse als erwartet
10.05.Finanztest: Die besten Zinsangebote für Tagesgeld und Festgeld im Mai
25.04.Der Goldoptimismus nimmt bei Großspekulanten zu
19.04.Finanztest: Attraktive Tages- und Festgeldzinsen bei nur wenigen Banken
12.03.Stiftung Warentest erhält Fördermittel in Höhe von 1,5 Mio. Euro