Deutsche Postbank korrigiert Inflationsrate in Deutschland auf 2 Prozent

  1. 02.02.2011 08:27
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Immense Steigerungsrate bei Importpreisen



Die ursprüngliche Inflationsprognose von 1,7 % wurde von Volkswirten der Deutschen Postbank AG für 2011 auf 2,0 % nach oben korrigiert. Dr. Marco Bargel, der Chefvolkswirt der Bonner Bank, identifiziert steigende Rohstoffpreise als Haupttreiber dieser Entwicklung. Schließlich sei Deutschland Nettoimporteur der meisten Rohstoffe, zudem habe der Euro gegenüber 2008 an Stärke eingebüßt. Dies habe den Preisanstieg beeinflusst, da Rohstoffe in der Regel in Dollar gehandelt würden. Insgesamt lägen die deutschen Importpreise für Rohstoffe 12 % Prozent über dem Vorjahresniveau.

Steigende Rohstoffpreise bremsen die Konjunktur

In Reminiszenz an das Jahr 2008, in dem der Ölpreis auf ein Rekordniveau kletterte, steigt die Befürchtung an ein Stagnieren der Konjunktur. Rasant steigende Rohstoffpreisen führen schließlich nur zu mäßiger wirtschaftlicher Erholung in den westlichen Industrieländern, insbesondere in denen, die intensive Sparprogramme umsetzen mussten.

Warnung vor steigender Lohn-Preis-Spirale

Auch wenn die Gefahr derzeit noch theoretisch ist und einem worst-case-Szenario entspringt, warnen Experten bereits jetzt vor einer steigenden Lohn-Preis-Spirale. Diese würde sich zu drehen beginnen, sobald deutlich höhere Lohnforderungen bei anhaltender positiver Konjunktur keiner Steigerung der Produktivität mehr gegenüber stünden. In diesem Fall könnten Unternehmen höhere Einstandskosten auf die Verbraucher abwälzen. Bisher jedoch ist die deutsche Inflation hauptsächlich auf die Importsituation zurückzuführen.

Sparauflagen schützen vor worst-case-Szenario

Während man sich dieses worst-case-Szenario, harter Sparauflagen sei Dank, im Euroraum insgesamt kaum vorzustellen vermag, hält man Deutschland indes für grundsätzlich gefährdet. Allerdings wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) einen möglichen Ausgleich im Falle einer signifikanten Steigerung der Verbraucherpreise durch Erhöhung der Leitzinsen vornimmt - auch wenn dies letztlich Auswirkung auf die Peripherieländer der Eurozone hätte.

Geldpolitik der EZB von hoher Bedeutung für Eurozone

Auch wenn grundsätzlich die Möglichkeit der Leitzinserhöhung für Deutschland in Betracht kommt, muss diese wohlüberlegt sein. Im Hinblick auf die teilweise prekäre Finanzlage einiger Peripherieländer darf die EZB die Geldpolitik keinesfalls sofort straffen. Immerhin besteht die Gefahr, dass sich dies dermaßen expansiv auf den deutsche Aufschwung auswirken würde, , dass die Inflationsrate in Deutschland letztlich auf ein Niveau ansteigt, dass dann über dem der gesamten Eurozone läge.




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