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Wer E10 tankt, muss weniger bezahlen als für Benzin, das mit weniger Ethanol versetzt ist. Trotzdem halten sich die Autofahrer noch zurück. Schuld daran sind mangelnde Informationen. Die Lösung dieses Problems will die Bundesregierung jetzt zusammen mit den Automobilherstellern, den Automobilclubs, den Verbraucherzentralen und der Mineralölwirtschaft diskutieren.
Die Fahrzeughersteller sowie die Mineralölindustrie seien in der Informationspflicht, darauf wies der Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle bereits hin. Es müsse klar sein, welche Motoren E10 vertragen. Brüderle: "Hier sind viele Informationen offenbar nicht weitergeliefert worden. Deshalb müssen wir beim Benzingipfel Klarheit schaffen".
Tankstellen als Informationsquelle
Seit Anfang 2011 wird in Tankstellen sowie Werkstätten bereits mit einem Poster und einer Broschüre vom Bundesumweltministerium über E10 informiert. In den Tankstellen soll auch eine Liste der Deutschen Automobil Treuhand ausgelegt werden, in der es eine Übersicht der Fahrzeuge gibt, die E10 problemlos vertragen. Das kündigte die Mineralölwirtschaft an. In dieser Liste werden nur Fahrzeuge zu finden sein, bei denen die E10-Verträglichkeit von den Fahrzeugherstellern überprüft wurde.
E10 – die Vorteile
Mit dem Tanken von Biokraftstoffen werden der Klimaschutz und die Energieversorgung positiv beeinflusst. Dazu gehört auch das Bioethanol, das im E10 enthalten ist und dessen Rohstoffe größtenteils aus Deutschland und Europa stammen. Zudem wird die Unabhängigkeit vom durch politische Einflüsse häufig teurer werdenden Erdöl gestärkt. Die EU hat deshalb entschieden, dass der Biokraftstoff-Anteil im Verkehrsbereich erhöht wird.
Die europäischen Vorgaben über die Kraftstoffqualität werden mit der Einführung von E10 erfüllt. Die Mineralölwirtschaft bietet E10 an, um Sanktionen aufgrund eines zu geringen Angebots von Biokraftstoff (Biokraftstoffquote) zu verhindern. Eine Verpflichtung dazu gibt es nicht. Alternativ zu E10 muss aber für Fahrzeuge, die den Biokraftstoff nicht vertragen, eine Bestandsschutzsorte angeboten werden.
E10 ist seit Februar an den Tankstellen erhältlich und wird schrittweise bundesweit eingeführt.
Was tut E10 für die Umwelt?
Biosprit leistet den gewünschten Beitrag zum Klimaschutz, der von der Bundesregierung in der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung geregelt ist. Diese besagt, dass die genutzten Pflanzen nicht auf Flächen mit hoher biologischer Vielfalt wachsen dürfen und mit Biokraftstoffen aktuell mindestens 35 Prozent Treibhausgase gegenüber fossilen Brennstoffen eingespart werden müssen. Dieser Wert wird in 2017 auf 50 Prozent, in 2018 auf 60 Prozent erhöht.