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In der Bundesrepublik zahlen die Mieter für die Betriebskosten im Durchschnitt monatlich 2,19 Euro/ Quadratmeter. Die so genannte zweite Miete (Summe aller denkbaren Betriebskostenarten) kann monatlich bis zu 2,94 Euro pro Quadratmeter betragen. Der Deutsche Mieterbund hat jetzt die Ergebnisse aus dem aktuellen Betriebskostenspiegel vorgelegt - Grundlage dafür sind die Abrechnungsdaten von 2009. Die Höhe der Betriebskosten (einschließlich aller anfallenden Kosten) für eine 80 qm Wohnung im Jahr 2009 lag bei 2 822,40 Euro.
Regional gibt es erhebliche Preisunterschiede
In den östlichen Ländern sind die effektiv gezahlten Betriebskosten um rund 2,5 Prozent niedriger als in den westlichen Bundesländern. So bezahlte man für die Betriebskosten im Osten 2,17 Euro und im Westen 2,22 Euro. Die Höhe der Müllgebühren und der Grundsteuer weisen die deutlichsten Preisunterschiede auf. Nimmt man die Summe aller denkbaren Betriebskostenarten mit den Durchschnittswerten, dann kommt man bei den östlichen Bundesländern auf 2,59 Euro und in den westlichen Bundesländern auf 3,01 Euro je Monat für den Quadratmeter. Prozentual liegt der Preisunterschied damit bei 16 Prozent.
Kosten für Heizung und Warmwasser im Abrechnungsjahr 2009 niedriger als im Vorjahr
Im Gegensatz zum Abrechnungsjahr 2008, in dem die Kosten um rund 19 Prozent angestiegen waren, sanken die Preise im Abrechnungsjahr 2009 für die Heizkosten im Durchschnitt um 7 % und die Warmwasser-Preise sogar um 11 %.
Der Energieverbrauch ging im Jahr 2009 um ca. 2 Prozent zurück, trotz der etwas kälteren Temperaturen. Die Gründe dafür sind das sparsame Heizverhalten der Mieter und die vielen energetischen Modernisierungen der Vermieter. Die Entwicklung der Energiepreise im Jahr 2009 war verantwortlich für die niedrigeren Heizkosten. Die Gaspreise sanken gegenüber dem Abrechnungsjahr 2008 um 1,5 Prozent und das Heizöl sogar um 30,7 Prozent. Lediglich bei der Fernwärme war ein Kostenanstieg von 4 Prozent zu verzeichnen. Daher gab es große Preisunterschiede bei den Heizkosten, je nachdem dem welcher Energieträger genutzt wurde, was auch die unterschiedliche Preisentwicklung im Osten und im Westen zeigt. Die westlichen Bundesländer profitierten von den günstigeren Energiepreisen ganz besonders, da noch sehr viel Ölheizungen im Einsatz sind. Das Ergebnis zeigt, dass im Gegensatz zu 2008, die Heizkosten in den westlichen Ländern niedriger sind, als in den östlichen. Das erklärt sich aus den stabil gebliebenen (Gas) und sogar teureren Energiepreisen (Fernwärme).
Tendenz 2010: Spürbar höhere Betriebskosten
Die Heizkosten sind weiter hin auf Achterbahnfahrt. Im Abrechnungsjahr 2009 wird mit spürbar höheren Heizkosten gerechnet, denn die Tendenz von 2008 hat sich zum Gegenteil gewendet. Ein Grund dafür ist sind die wesentlich kälteren Wintermonate 2010, weswegen der Energieverbrauch im Jahr 2010 um etwa 4 Prozent angestiegen ist. Zudem stiegen die Ölpreise im Jahr 2010 um 22,6 Prozent, während der Gaspreis um 8,6 Prozent und die Kosten für die Fernwärme um 8,4 Prozent sanken.
Schon 2009 stiegen die kalten Betriebskosten und die Prognose für 2010 ist nicht besser
Sämtliche kalten Betriebskosten, wie Wasser, Abwasser, Allgemeinstrom, Grundsteuer, Aufzug, Müllbeseitigung, Straßenreinigung, Schornsteinreinigung, Versicherung, Hauswart, Gartenpflege, Antenne/Kabel, Hauswart und Sonstiges sind im Jahr 2009 teurer geworden. Im Bundesdurchschnitt ist jedoch keine einzelne Position spruchhaft angestiegen, d. h. es kann deutliche Preisschwankungen in einzelnen Städten und Gemeinden geben.
Auch im Jahr 2010 werden die kalten Betriebskosten weiterhin steigen – die Tendenz ist eindeutig. Die Gebühren für das Wasser sind um 1,6 Prozent, die Gebühren für das Abwasser um 2,7 Prozent und der Strompreis sogar um 3,2 Prozent gestiegen. Auch die Gebäudereinigungskosten, Hausmeisterleistungen und andere Dienstleistungen um die Wohnung gingen um 1,6 Prozent nach oben.